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Tschechisch gehört gemeinsam mit dem Polnischen, Slowakischen und Sorbischen zur westslawischen Sprachengattung, slawische Sprachenuntergruppe, baltoslawische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.
Tscheschisch ist die Nationalsprache in Tschechien. Außerdem gibt es eine tschechischsprachige Minderheit in der Slowakei. Insgesamt verwenden 10 Millionen Menschen diese Sprache als Primärsprache.
Das Tschechische entwickelte sich aus dem Altslawischen, wobei die unterschiedlichen slawischen Sprachen aber noch lange Zeit einander sehr nahe blieben. Von allen slawischen Sprachen hat das Tschechische dabei die geringsten grammatikalischen Veränderungen erfahren, während sich das Lautsystem stärker verschob. Als Amtssprache des westslawischen Großmährischen Reiches wurde das Tschechische zu einer Hochsprache. Durch die Arbeit der Brüder Kyril und Method, die eine für das Slawische geeignete Schrift entwickelten, wurde es dabei Schriftsprache und konnte sich so stabilisieren und verbreiten. Seit dem 13. Jahrhundert wurde das Tschechische mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Diese Umstellung geschah infolge der Forderung der römischen Kirche, die damit ihren Herrschaftsanspruch gegenüber der byzantinischen orthodoxen Kirche manifestieren wollte.
Seitdem Tschechien als Königreich Böhmen zum Deutschen Reich gehöhrte, wurde das Tschechische immer mehr vom Deutschen verdrängt. Infolge der Reformation im 15. und 16. Jahrhundert, die in Tschechien vor allem auf den Ideen des Revolutionärs Jan Hus wurzelte, nahm die Bedeutung des Tschechischen als Sprache des einfachen Volkes aber wieder zu.
Mit der Eingliederung Tschechiens in die österreichische Monarchie wurde das Tschechische erneut vom Deutschen zurückgedrängt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte es durch die nationale Unabhängigkeitsbewegung der Tschechen einen neuen Aufschwung und wurde nach dem ersten Weltkrieg in der neu gegründeten tschechoslowakischen Republik eine der beiden Nationalsprachen. Die Tendenz zur Ablösung des Tschechischen durch das Deutsche wurde endgültig nach dem zweiten Weltkrieg durch die Ausweisung der deutschen Minderheit infolge ihrer mehrheitlichen Kollaboration mit den faschistischen deutschen Besatzern gestoppt. Trotz des Einflusses des Englischen auf die moderne tschechische Sprache infolge des Eintrag moderner Fachbegriffe ist es heute eine stabile Nationalsprache.
Der Grundwortschatz des Tschechischen ist slawisch. Durch die lange Zugehöhrigkeit Tschechiens zum Deutschen Reich beziehungsweise zu Österreich gibt es aber auch einen gewissen deutschen Eintrag. Daneben lassen sich einige französische und, vor allem aus der sozialistischen Zeit herstammende, russische Wörter finden. In neuerer Zeit kommt es durch die technische Entwicklung und die Internationalisierung zu einem verstärkten Eintrag englischer Begriffe.
Tschechisch, Slowakisch und Sorbisch sind sich sehr ähnlich, so dass es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten gibt. Der Wortschatz ist nahezu derselbe, von Regionalismen abgesehen.
Im Gegensatz zu anderen slawischen Sprachen werden tschechische Wörter fast immer auf der ersten Silbe betont. Auch die Satzintonation ist charakteristisch. Elisionen, also Lautauslassungen zugunsten des Wohlklanges, die in anderen slawischen Sprachen vorkommen, fehlen hier.
Ebenso wie in anderen slawischen Sprachen werden harte und weiche Konsonanten unterschieden, wobei es zahlreiche Zischlaute gibt. Allerdings zeichnet sich das Tschechische durch einen speziellen, ursprünglich westslawischen stimmhaften r-Laut aus, den es in anderen slawischen Sprachen nicht gibt und der in den anderen westslawischen Sprachen wieder verschwunden ist.
Zum Slowakischen und Sorbischen gibt es nur geringfügige phonetische Unterschiede. Dabei hat das Tschechische einen moderneren Lautstand mit stärker ausgeprägter Lautverschiebung gegenüber dem Altslawischen.
Tschechisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Weil es aber wie alle slawischen Sprachen über wesentlich mehr Laute verfügt, als das lateinische Alphabet Buchstaben aufweist, werden diakritische Zeichen verwendet. Die Schreibung des Tschechischen ist relativ streng phonetisch. Das trifft auch auf fremde Wörter zu, die übernommen werden. Sie werden in der Schreibung der tschechischen Aussprache angepasst.
Von den ursprünglich acht indoeuropäischen Fällen der Substantive hat das Tschechische noch sieben erhalten. Außerdem gibt es bei den Substantiven und damit übereinstimmend bei den Adjektiven drei Geschlechter, männlich, weiblich und sächlich.
Auch die Konjugation der Verben ist noch sehr stark ausgeprägt, wobei es die drei Zeiten Vergangenheit, Präsens und Futur gibt. Neben den drei Modi Indikativ, Imperativ und Konjunktiv gibt es von den meisten Verben zwei Aspekte, den vollendeten und den unvollendeten.
Da Tschechisch eine stark flektierende Sprache ist, in der die grammatikalische Funktion der Wörter durch die Flexion vollständig beschrieben ist, ist die Wortstellung im Satz völlig frei und kann als Ausdrucksmittel verwendet werden.
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Letzte Änderung: 14. März 2006 - © Kunst des Denkens 2003-2006
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