Spanisch

Deutsch-Spanisch Grammatik Spanisch-Deutsch

1. Einordnung

BabylonSpanisch gehört gemeinsam mit dem Katalanischen, dem Portugiesischen und dem Galicischen zur iberoromanischen Sprachengattung, romanische Sprachengruppe, italischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm. Die moderne spanische Hochsprache beruht im Wesentlichen auf dem Dialekt des Kastilischen (Castellano) und wird zur Unterscheidung von anderen iberisch-romanischen Dialekten und Sprachen, wie dem Katalanischen, oft auch Kastilisch statt Spanisch genannt.

2. Verbreitung

Spanisch ist die Nationalsprache in Spanien und vielen seiner ehemaligen Kolonien, vor allem in Amerika. Im Einzelnen sind das u.a. die Kanarischen Inseln, Mexico, Argentinien, Chile, Columbien, Venezuela, Peru, Ecuador, Bolivien, Uruguay, Paraguay, Panama, Cuba, Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Honduras, Guatemala, die Dominikanische Republik und Puerto Rico. Darüber hinaus gibt es eine starke spanischsprachige Minderheit besonders in den USA. Aber auch in Belize, auf den Antillen, den Philippinen und in einigen spanisch beeinflussten Küstenstaaten Afrikas, wie Marokko und Äquatorial-Guinea, haben sich spanische Sprachspuren erhalten. Damit ist es eine der am weitesten verbreitetsten Sprachen weltweit. Spanisch wird von etwa 300 Millionen Primär- und nochmals etwa 40 Millionen Sekundärsprachlern gesprochen und ist damit auch eine der meistgesprochen Sprachen. Nach Chinesisch, Englisch und Hindi liegt es an vierter Stelle. In Spanien selbst koexistiert die spanische Hochsprache mit anderen Sprachen bzw. relativ selbstaändigen Dialekten - in Galicien im Nordwesten mit Galicisch (Gallego), das dem Portugiesischen näher steht, in Katalonien an der Ostküste mit Katalanisch, das den Bogen zum Fräsischen zieht, und im Baskenland im Norden mit Baskisch, einer völlig eigenständigen Sprache. In Lateinamerika koexistiert Spanisch vor allem mit indianischen Sprachen, wärend es in den USA mit Englisch konkurriert.

3. Entwicklung

Die Wurzel des Spanischen war die lateinische Volkssprache, die sich nach der römischen Besetzung der iberischen Halbinsel dort ausbreitete. Nach dem Zerfall des römischen Reiches begann sich die einheitliche, wenn auch lokal geprägte lateinische Sprache in den nun voneinander unabhängigen Provinzen unterschiedlich zu entwickeln. So entstand beginnend mit dem 5. Jahrhundert mit der Eroberung durch die Westgoten auch in Spanien eine eigene Sprache, die sich noch weiter in mehrere Dialekte gliederte. Aus dem Westgotischen wurden Wörter, Strukturen und Artikulationen übernommen. Durch die Eroberung großer Teile Spaniens durch die arabischen Mauren im 8. Jahrhundert wurden viele arabische Wörter in die spanische Sprache eingebracht, was das Spanische wesentlich von den anderen romanischen Sprachen unterscheidet. Einen Einfluss auf die Sprachstruktur gab es jedoch nicht. Nachdem Kastilien im 13. Jahrhundert zur politisch dominanten Region geworden war, setzte sich der kastilische Dialekt immer mehr als spanische Hochsprache durch. Kastilien stand im Kampf gegen die Araber an der Spitze und führte diesen Kampf nicht nur militärisch und politisch, sondern auch kulturell. Daher kam auch der Sprache im Kampf um die völlige Ausrottung alles Arabischen (und aller Araber) in Spanien eine große Bedeutung zu. Auch die im 16. Jahrhundert beginnende spanische Eroberung Lateinamerikas hat das Spanische wesentlich beeinflusst. Neben dem Eintrag indianischer Wörter wurde besonders in den spanischsprachigen Ländern Amerikas auch die Aussprache modifiziert, was wiederum teilweise zurück auf das spanische Mutterland wirkte. In neuerer Zeit sind es hingegen Begriffe aus dem Englischen, die durch die Ausbreitung von Englisch als Weltsprache und die amerikanisch geprägte westliche Kultur Einzug in die spanische Sprache halten.

4. Struktur

4.1. Wortschatz

Der größte Teil des spanischen Wortschatzes stammt aus dem Lateinischen, obwohl auch viele Wörter noch zur Zeit der römischen Besetzung aus vorlateinischen Sprachen übernommen wurden. Ursprünglich arabischen Wörter, speziell Eigennamen, sind oft noch an dem in das spanische Wort integrierten arabischen Artikel "al" zu erkennen. Auch Wörter indianischen Ursprungs sind zu finden, speziell natürlich in den lateinamerikanischen Varianten des Spanischen.

4.2. Phonetik

Das Spanische enthält einige typisch romanische Konsonanten, die den Lautbestand des ursprünglischen Lateinischen erweitern. Hinzu kommen noch einige sonst in romanischen Sprachen ungebräuchliche Laute, speziell die aus dem Englischen bekannten Lispellaute. Den h-Laut kennt das Spanische dagegen nicht. Allerdings gibt es bei der Aussprache verschiedener Laute erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Spanisch-Varianten Spaniens und Lateinamerikas. So wird der velare Frikativ des Kastilischen oftmals als h-Laut ausgesprochen, womit dieser dann eben doch existiert, aber nicht den ursprünglichen h-Laut repräsentiert.

4.3. Orthografie

Die Schreibung des Spanischen ist phonetisch, wobei allerdings einige Regeln bei der Umsetzung von Schrift in Sprache zu beachten sind. Während einige Buchstaben existieren, die in ihrer Aussprache identisch sind, werden zwei Laute, die im lateinischen Alphabet nicht vorkommen, durch Buchstabenkombinationen ausgedrückt, die jedoch im Spanischen als eigenständige Buchstaben, nicht als Kombinationen, gewertet und im Alphabet aufgezählt werden.

4.4. Grammatik

Spanisch hat verglichen mit den anderen romanischen Sprachen noch die meisten grammatischen Strukturen des Lateinischen bewahrt. Speziell gilt das für die Konjugation der Verben. Hier bestehen noch drei der ursprünglich vier Konjugationsklassen. Allerdings unterscheiden sich die Verben der zweiten und dritten Konjugation nur in vier Formen, und zwar dem Infinitiv Präsens, der ersten und zweiten Person Plural Indikativ Präsens und der zweiten Person Plural Imperativ. Insgesamt existieren drei Konjunktivformen, und zwar Präsens, Imperfekt und noch eine weitere Imperfektform, die aus dem lateinischen Indikativ Plusquamperfekt entstand. Wie in anderen romanischen Sprachen werden zur Bildung zusammengesetzter Zeitformen Hilfswerben verwendet. Das Perfekt wird analog zum Englischen mit einer Form von "haber" (haben) gebildet. Die Verbformen im Futur und im Indikativ Konditional sind wie in anderen romanischen Sprachen Komposita aus der Vollform des Infinitivs als Stamm und der Indikativ Präsens- oder Imperfektform von "haber" (haben). In idiomatischen Wendungen werden im Gegensatz zu anderen romanischen Sprachen im Spanischen recht häufig reflexive Verben eingesetzt, um die übertragene Bedeutung anzuzeigen.
Die Deklination der Substantive ist bis auf die einfache Pluralbildung völlig verschwunden. Statt dessen werden syntaktische Beziehungen zwischen den Satzgliedern durch eine klare Wortstellung und durch Präpositionalkonstruktionen vermittelt. Eine Besonderheit der spanischen Satzstruktur ist verglichen mit anderen romanischen Sprachen der präpositionale Akkusativ, bei dem das indirekten Objekt durch die Präposition "a" angezeigt wird.
Im Spanischen ist das Neutrum als grammatisches Geschlecht fast verschwunden. Es hat sich nur bei einigen Wörtern mit besonderer Bedeutung erhalten, so im Singular des bestimmten Artikels "lo", in den Demonstrativpronomen "esto", "eso" und "aquello" sowie im Pronomen "lo" in der dritten Person als Objekt, die aber nur noch in unbestimmten oder allgemeinen Ausdrücken erscheinen. Ansonsten werden nur noch Maskulinum und Femininum benutzt, so dass es in der dritten Person Plural nur Personalpronomen für diese beiden Geschlechter, nicht aber für das Neutrum gibt.


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Letzte Änderung: 14. März 2006 - © Kunst des Denkens 2003-2006
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