Slowenisch

Deutsch-Slowenisch Grammatik Slowenisch-Deutsch

1. Einordnung

BabylonSlowenisch gehört gemeinsam mit dem Serbischen, Kroatischen, Bosnischen und Montenegrienischen zur slowenokroatische Sprachenuntergattung, südslawische Sprachengattung, slawische Sprachenuntergruppe, baltoslawische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.

2. Verbreitung

Slowenisch ist die Nationalsprache in Slowenien. Außerdem gibt es slowenische Minderheiten in Italien, Österreich, Ungarn, Serbien und Kroatien. Insgesamt gibt es etwa 2,1 Millionen slowenische Primärsprachler.

3. Entwicklung

Das Slowenische entwickelte sich als äußerster westlicher Ausläufer des Altbulgarischen aus dem Altslawischen, wobei die Entfernung zum Tschechischen und Slowakischen recht gering war. Durch die enge Anbindung Sloweniens an den römischen Kirchenstaat übernahmen die Slowenen als erste Slawen die lateinische Schrift. Die Freisinger Denkmäler aus dem 10. bis 11. Jahrhundert stellen daher die ältesten Dokumente einer mit lateinischen Buchstaben geschriebenen slawischen Sprache dar.
Durch die wechselvolle politische Geschichte und die wechselnde sprachliche Beeinflussung durch andere südslawische Sprachen, das Deutsche, das Italienische und das Ungarische hat sich Slowenisch in Wortschatz, Grammatik und Aussprache sehr verändert. Außerdem haben sich trotz einer eher geringen Sprecheranzahl acht größere Dialektgruppen mit etwa 50 einzelnen Dialekten herausgebildet. Die heutige moderne slowenische Hochsprache verwendet zwar eine einheitliche Schriftsprache, es existieren aber immer noch zwei gleichermaßen anerkannte Aussprachesysteme.
Die Mitgliedschaft Sloweniens in den jugoslawischen Föderationen nach dem 1. und dem 2. Weltkrieg hat wenig zur Annäherung der jugoslawischen Sprachen beigetragen. Und nach der Unabhängigkeit Sloweniens ist die durchaus gegebene Chance dazu vorerst vorüber. Trotzdem gab es natürlich entsprechende Einflüsse vor allem des Serbokroatischen. In neuerer Zeit verzeichnet das Slowenische infolge der Einführung moderner technischer und kultureller Begriffe einen verstärkten Eintrag englischer Wörter, ohne dass dadurch jedoch die grammatische oder lautliche Struktur beeinträchtigt wird.

4. Struktur

4.1. Wortschatz

Der Grundwortschatz des Slowenischen ist slawisch. Jedoch sind durch die langen und oft wechselnden Einflüsse des Deutschen, Italienischen und Ungarischen viele Wörter aus diesen Sprachen eingedrungen. Natürlich gibt es auch viele Lehnwörter aus den anderen jugoslawischen Sprachen. Moderne technische und kulturelle Begriffe werden vor allem aus dem Englischen, oftmals über den Umweg des Deutschen, übernommen.

4.2. Phonetik

Das Slowenische verwendet im Wesentlichen die auch aus anderen slawischen Sprachen bekannten Laute. Jedoch existiert die Unterscheidung zwischen harten und weichen Konsonanten nur noch als Rudiment bei "l" und "n", deren weiche Variante heute den korrespondierenden italienischen Lauten entsprechen.
Für die Aussprache der slowenischen Wörter existieren zwei offizielle Lautsysteme, eines mit und eines ohne tonemisches Lautsystem. Das tonemische System unterscheidet nicht nur zwischen langen und kurzen, sowie betonten und unbetonten Vokalen, sondern auch zwischen hohem und tiefem Ton.

4.3. Orthografie

Slowenisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Weil es aber wie alle slawischen Sprachen über mehr Laute verfügt, als das lateinische Alphabet Buchstaben aufweist, werden diakritische Zeichen und Buchstabenkombinationen verwendet. Die Schreibung des Slowenischen ist relativ streng phonetisch. Da es jedoch zwei Lautsysteme gibt, repräsentieren die Buchstaben je nach System leicht unterschiedliche Laute.

4.4. Grammatik

Substantive, Adjektive und Pronomen werden im Slowenischen nach Fall, Zahl und Geschlecht flektiert. Es existieren sechs Fälle und drei Geschlechter. Neben Singular und Plural hat das Slowenische noch den altslawischen Dual erhalten. Auch die Konjugation der Verben ist noch stark ausgeprägt, wobei es von den meisten Verben zwei Aspekte, den vollendeten und den unvollendeten, gibt.
Obwohl Slowenisch eine flektierende Sprache ist, in der die grammatikalische Funktion der Wörter durch die Flektion beschrieben wird, ist die Wortstellung im Satz relativ verfestigt. In Aussagesätzen wird meist Subjekt - Prädikat - Objekt verwendet.


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