Slowakisch

Deutsch-Slowakisch Grammatik Slowakisch-Deutsch

1. Einordnung

BabylonSlowakisch gehört gemeinsam mit dem Polnischen, Tschechischen und Sorbischen zur westslawischen Sprachengattung, slawische Sprachenuntergruppe, baltoslawische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.

2. Verbreitung

Slowakisch ist die Nationalsprache in der Slowakei. Außerdem gibt es eine slowakischsprachige Minderheit in Tschechien. Insgesamt verwenden 5 Millionen Menschen diese Sprache als Primärsprache. In der Slowakei existiert eine kleine ungarischsprachige Minderheit, die aber kaum Einfluss auf die slowakische Sprache ausübt. Obgleich diese Minderheit Ungarisch als nationale Kultursprache pflegt, ist Slowakisch als Verkehrssprache unangefochten.

3. Entwicklung

Das Slowakische entwickelte sich parallel zum Tschechischen aus dem Altslawischen. Die Unterschiede zwischen beiden Sprachen sind auf politische Barrieren zurückzuführen und relativ gering. So blieb Slowakisch lange Zeit nur ein Dialekt des Tschechischen. Auch nach der Entwicklung des Tschechischen zur Literatursprache blieb das Slowakische nur ein gesprochener Dialekt, während das Tschechische als Hochsprache galt und von den Slowaken bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Schriftsprache verwendet wurde.
Erst im Zuge des neu auflebenden Nationalismus der Tschechen und Slowaken gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Slowakisch, basierend auf einem mittelslowakischen Dialekt, zu einer eigenständigen Hochsprache neben dem Tschechischen entwickelt und trennte sich von diesem. In der nach dem 1. Weltkrieg gegründeten Tschechoslowakischen Republik wurde es zu einer der beiden Staatssprachen. Der sprachliche Nationalismus verhinderte auch in den langen Jahren des gemeinsamen Staates nach dem 1. und wieder nach dem 2. Weltkrieg, dass sich Tschechisch und Slowakisch wieder annäherten. Seit der Eigenstaatlichkeit der Slowakei ist die Trennung nun endgültig.
Durch die größere Entfernung zu Deutschland ist der Einfluss des Deutschen auf das Slowakische in neuerer Zeit geringer als beim Tschechischen. Der Eintrag englischen Wortschatzes aufgrund der Internationalisierung und der wissenschaftlich-technischen Entwicklung ist allerdings ebenso hoch.

4. Struktur

4.1. Wortschatz

Der Grundwortschatz des Slowakischen ist slawisch. Durch enge Kontakte zu Deutschland und die lange Zugehöhrigkeit der Slowakei zum österreichisch beherrschten Ungarn gibt es aber auch einen gewissen deutschen Eintrag. Daneben lassen sich einige ungarische, französische und, vor allem aus der sozialistischen Zeit herstammende, russische Wörter finden. In neuerer Zeit kommt es durch die technische Entwicklung und die Internationalisierung zu einem verstärkten Eintrag englischer Begriffe.
Tschechisch, Slowakisch und Sorbisch sind sich sehr ähnlich, so dass es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten gibt. Der Wortschatz ist nahezu derselbe, von Regionalismen abgesehen.

4.2. Phonetik

Im Gegensatz zu anderen slawischen Sprachen werden slowakische Wörter genau wie tschechische fast immer auf der ersten Silbe betont. Ebenso wie in anderen slawischen Sprachen werden harte und weiche Konsonanten unterschieden, wobei es zahlreiche Zischlaute gibt. Die Laute sind dem Tschechischen sehr ähnlich. Den stimmhaften r-Laut des Tschechischen kennt das Slowakische allerdings nicht. Dafür enthält es einen palatalisierten l-Laut wie die ostslawischen Sprachen.
Zum Tschechischen und Sorbischen gibt es nur geringfügige phonetische Unterschiede. Dabei hat das Slowakische einen älteren Lautstand, der es den ostslawischen Sprachen annähert.

4.3. Orthografie

Slowakisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben, die teilweise durch diakritische Zeichen ergänzt werden. Das Buchstabensystem entspricht dabei zum größten Teil dem Tschechischen, wobei es drei tschechische Buchstaben nicht kennt und drei eigene zusätzlich enthält. Die Schreibung des Slowakischen ist relativ streng phonetisch. Das trifft auch auf fremde Wörter zu, die übernommen werden. Sie werden in der Schreibung der slowakischen Aussprache angepasst.

4.4. Grammatik

Von den ursprünglich acht indoeuropäischen Fällen der Substantive hat das Slowakische wie das Tschechische noch sieben erhalten. Außerdem gibt es bei den Substantiven und damit übereinstimmend bei den Adjektiven drei Geschlechter, männlich, weiblich und sächlich.
Auch die Konjugation der Verben ist noch sehr stark ausgeprägt, wobei es die drei Zeiten Vergangenheit, Präsens und Futur gibt. Neben den drei Modi Indikativ, Imperativ und Konjunktiv gibt es von den meisten Verben zwei Aspekte, den vollendeten und den unvollendeten.
Insgesamt ist das Flektionssystem dem Tschechischen sehr ähnlich, aber etwas moderner. Da Slowakisch eine stark flektierende Sprache ist, in der die grammatikalische Funktion der Wörter durch die Flexion vollständig beschrieben ist, ist die Wortstellung im Satz relativ frei und kann als Ausdrucksmittel verwendet werden.


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