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Serbisch gehört gemeinsam mit dem Kroatischen und dem Bosnischen zur serbokroatischen Sprache, slowenokroatische Sprachenuntergattung, westslawische Sprachengattung, slawische Sprachenuntergruppe, baltoslawische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.
Serbisch ist die Nationalsprache in Serbien und der bosnischen Teilrepublik Serbien. Außerdem gibt es serbische Minderheiten in Kroatien, Montenegro, Makedonien und dem restlichen Teil Bosniens.
Das Serbische geht auf die altbulgarische Form des Altslawischen zurück. Es entwickelte sich gemeinsam und parallel mit dem Kroatischen und Bosnischen, mit denen es zum großen Teil identisch ist. Die politische Trennung von Serben, Kroaten und Bosniern hat trotz zeitweise starker Feindseligkeiten bisher nicht zu einer besonders weiten Auseinanderentwicklung ihrer Sprachen geführt. Der Vertrag von Novi Sad zwischen Serben und Kroaten legte daher 1954 folgerichtig fest, dass Serbokroatisch eine Sprache mit zwei Schriften ist. Auch wenn in den heute bestehenden eigenständigen Staaten auf die Eigenständigkeit der jeweiligen Sprache Wert gelegt wird, so ist auch in Zukunft nicht damit zu rechnen, dass sich dieser Zustand ändert, obwohl der Vertrag von Novi Sad von Kroatien nach seiner Unabhängigkeit aufgekündigt wurde. Von sehr vereinzelten Wörtern abgesehen bleiben Serbisch, Kroatisch und Bosnisch trotzdem weiter identisch und in der Schreibung mit kyrillischen und lateinischen Buchstaben kongruent.
Der Grundwortschatz des Serbischen ist slawisch. Die wechselvolle politische Geschichte hat jedoch zu italienischen, griechischen, deutschen, ungarischen, albanischen und türkischen Worteinträgen geführt. Moderne technische und kulturelle Begriffe stammen vorwiegend aus dem Englischen.
Serbisch, Kroatisch und Bosnisch sind annähernd identisch, so dass es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten gibt. Der Wortschatz ist nahezu derselbe, von einigen Regionalismen abgesehen.
Die im Serbischen verwendeten Laute entsprechen im Wesentlichen denen anderer slawischer Sprachen, vor allem bezüglich der Zischlaute. Die ehemalige Unterscheidung von harten und weichen Konsonanten hat sich jedoch erheblich reduziert.
Serbisch wird im Gegensatz zum Kroatischen mit kyrillischen Buchstaben geschrieben. Dabei werden einige spezielle Zeichen verwendet, die so in anderen kyrillischen Schriften nicht vorkommen, um weiche im Gegensatz zu harten Konsonanten zu bezeichnen. Dementsprechend wird auf die Vokalzeichen verzichtet, die im Russischen verwendet werden, um die Weichheit eines vorangehenden Konsonanten anzuzeigen. Es existiert eine eindeutige Zuordnung der kyrillisch-serbischen zur lateinisch-kroatischen Schreibweise.
Das Serbische kennt für die Flexion der Substantive und Adjektive sieben Fälle und drei Geschlechter. Daneben gibt es Singular und Plural, während der altslawische Dual verschwunden ist. Bei der Deklination wird auch zwischen belebten und unbelebten Substantiven unterschieden.
Auch die Konjugation der Verben ist noch sehr stark ausgeprägt. Bei den Zeiten gibt es die einfachen Formen Präsens, Aorist und Imperfekt, sowie die zusammengesetzten Formen Futur, Perfekt und Plusquamperfekt. Jedoch werden Aorist und Imperfekt nur noch in der Schriftsprache verwendet. Außerdem gibt es von den meisten Verben zwei Aspekte, den vollendeten und den unvollendeten.
Serbisch ist eine stark flektierende Sprache, in der die grammatikalische Funktion der Wörter durch die Flexion vollständig beschrieben ist. Trotzdem ist die Satzstellung prinzipiell Subjekt - Prädikat - Objekt. Allerdings kann der Satz zur Betonung einzelner Satzglieder auch umgestellt werden.
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Letzte Änderung: 14. März 2006 - © Kunst des Denkens 2003-2006
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