Schottisch (Gälisch)

Deutsch-Schottisch (Gälisch) Grammatik Schottisch (Gälisch)-Deutsch

1. Einordnung

BabylonSchottisch, das auch Gälisch genannt wird, gehört gemeinsam mit dem Irischen und dem Manx zur goidelischen Sprachengruppe, keltischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.

2. Verbreitung

Schottisch ist die ursprüngliche Nationalsprache von Schottland. Tatsächlich wird Schottisch aber nur noch in einigen wenigen Gebieten in den Northwest Highlands und auf den Inseln, vor allem auf den Äußeren Hebriden, gesprochen. Insgesamt gibt es noch 80'000 Menschen, die als schottische Primärsprachler bezeichnet werden können. Außerhalb dieser Gebiete ist Schottisch als Umgangs- und Geschäftssprache vollständig vom Englischen abgelöst worden. Jedoch wird Schottisch vielfach als Kultursprache von nationalbewussten Schotten verwendet, um damit ihre nationale Identität zu demonstrieren. Englisch ist jedoch unangefochten die Primärsprache.

3. Entwicklung

Seit dem 5. Jahrhundert wanderten irische Kelten nach Schottland ein und brachten das alte Gälisch mit, das schrittweise die einheimischen keltischen Sprachen verdrängte. Im 9. Jahrhundert wurde es faktisch in ganz Schottland gesprochen und war Umgangs- und Amtssprache. Auch in den folgenden Jahrhunderten bis heute entwickelte sich das schottische Gälisch parallel und in ständigem Kontakt mit dem irischen weiter, so dass auch heutige schottische und irische Sprecher einander problemlos verstehen. Jedoch drang von Süden her das Englische immer weiter vor, nicht zuletzt auch durch die Übernahme weiter Teile des Landes durch englische Adlige. Mit der Vereinigung Schottlands mit England wurde die Anglifizierung des Landes ähnlich wie für Irland zum Staatsziel.
Mit dem Irischen teilt das Schottische auch das Schicksal, im 19. Jahrhundert verboten worden zu sein, um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Schotten zu brechen. Bereits 1746 wurde Schottisch per Gesetz verboten. Trotzdem hielt es sich jedoch noch eine Weile, speziell in den Highlands. Durch den Education Act von 1872 wurde jedoch das Schottische nach dem Vorbild Irlands auch in den Schulen unter Strafe gestellt. Erst nach dem ersten Weltkrieg und der sich abzeichnenden Unabhängigkeit Irlands, die auch auf Schottland eine gewisse Wirkung hatte, wurde das Schottische wieder zugelassen. Jedoch ist es inzwischen kaum mehr als eine Kultursprache.

4. Struktur

4.1. Wortschatz

Der Wortschatz des Schottischen stammt zum absolut größten Teil aus dem alten Keltischen beziehungsweise Gälischen und ist annähernd identisch mit dem Irischen, wobei es nur geringe Unterschiede in Aussprache und Schreibung gibt. Ebenso wie das Irische wurde auch das Schottische mit wenigen Worten aus dem Lateinischen, Französischen und Englischen angereichert. Sollen moderne Sachverhalte ausgedrückt werden, muss heute jedoch verstärkt auf englische Fachbegriffe für modere Dinge zurückgegriffen werden, die in der traditionellen Sprache nicht vorhanden sind. Jedoch gibt es Bestrebungen von Sprachnationalisten, solche Begriffe durch schottische Neologismen zu ersetzen. Solche künstlich erschaffenen Wörter werden aber von den schottischen Primärsprachlern weder benutzt noch verstanden und als Buch-Schottisch abgetan.

4.2. Phonetik

Die im modernen Schottisch verwendeten Laute entsprechen im Wesentlichen den auch im Deutschen verwendeten. Hinzu kommt das aus dem Englischen bekannte [w]. Dagegen sind Laute wie [ð] und [θ] zwar noch in der Schreibung vorhanden, werden aber nicht mehr gesprochen. Bei Vokalen wird zwischen langen und kurzen Vokalen unterschieden. Die ehemalige Vielfalt hat sich aber auf wenige Laute verringert, wobei in unbetonter Stellung oftmals nur der Murmelvokal übrig bleibt. Insgesamt gesehen entspricht das Lautsystem dem Irischen, wobei es nur graduelle Unterschiede gibt.

4.3. Orthografie

Die Schreibung des Schottischen ist eher etymologisch als phonetisch. Die Regeln zur Umsetzung der Schreibung in Aussprache sind ganz analog zum Irischen. Jedoch unterscheiden sich beide Sprachen vor allem im Lautwert von Vokalverbindungen, so dass die gleichen Wörter, die oftmals auch gleich ausgesprochen werden, unterschiedlich geschrieben werden. Original schottische Wörter enthalten die Buchstaben "j", "k", "q", "v", "w", "x", "y" und "z" nicht. Sie können jedoch, wenn auch selten, in vor allem aus dem Englischen übernommenen Wörtern auftauchen.

4.4. Grammatik

Die Grammatik des Schottischen ist sehr ähnlich dem Irischen, hat aber noch einen größeren Formenreichtum erhalten. Auch hier gibt es Lention und Eklipse, nach denen sich Wörter je nach grammatischer Funktion und lautlicher Umgebung phonetisch verändern, was zusätzlich zur Flexion hinzukommt. Bei Substantiven gibt es ebenfalls das männliche und weibliche Geschlecht, sowie Singular, Plural und Reste des alten Dual. Im Gegensatz zum Irischen ist im Schottischen der Dativ aber noch klar als eigenständiger Fall neben Nominativ, Genitiv und Vokativ zu erkennen, während der Akkusativ wie im Irischen gleich dem Nominativ ist.
Auch die Konjugation und der Gebrauch der Zeitformen der Verben ist analog zum Irischen. Und auch im Schottischen existiert kein Infinitiv, so dass Verben in Wörterbüchern im Inflektiv, also als Verbwurzel ohne Flexionsendung, aufgeführt werden. Dies entspricht normalerweise der zweiten Person Singular Imperativ


Literaturtipps

Es gibt leider nur wenige deutschsprachige Quellen zum Schottischen. Wer sich mit den Grundlagen dieser Sprache beschäftigen will, muss daher auf englische Literatur zurückgreifen. Für den Einstieg eignen sich dabei an der Umgangssprache orientierte kurze Einführungskurse wie Scottish Gaelic in Three Months und Colloquial Scottish Gaelic: The Complete Course for Beginners.

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Auch bei Wörterbüchern muss man auf englischsprachige ausweichen. Einen fundierten Grundwortschatz bieten das Gaelic English, English Gaelic Practical Dictionary und das Scottish Gaelic English/English Scottish Gaelic Dictionary. Beide enthalten beide Übersetzungsrichtungen.

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Elektronische Taschenübersetzer für viele Sprachen, wenn auch nicht für Schottisch (Gälisch), gibt es bei Ectaco.
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Letzte Änderung: 6. Februar 2003 - © Kunst des Denkens 2003