Portugiesisch

Deutsch-Portugiesisch Grammatik Portugiesisch-Deutsch

1. Einordnung

BabylonPortugiesisch gehört gemeinsam mit dem Katalanischen, dem Spanischen und dem Galicischen zur iberoromanischen Sprachengattung, romanische Sprachengruppe, italischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.

2. Verbreitung

Portugiesisch ist die Nationalsprache in Portugal und Brasilien und primäre Verkehrssprache in den meisten ehemaligen portugiesischen Kolonien wie Angola, Moçambique, Guinea-Bissau, den Kapverden, São Tomé & Principé und Ost-Timor. In einigen Regionen Indonesiens sowie im chinesischen Macau gibt es eine Minderheit, die Portugiesisch zumindest als Sekundärsprache nutzt. Der brasilianische und die afrikanischen Dialekte weisen gegenüber dem europäischen Portugiesisch einige Besonderheiten auf, die vor allem auf den Einfluss von indianischen beziehungsweise afrikanischen Sprachen und auf die räumliche Isolierung zurückzuführen sind. Auch heute noch koexistiert Portugiesisch in Brasilien und Afrika mit den dort ursprünglichen Sprachen. Das Galicische in Spanien wird oftmals als portugiesischer Dialekt gewertet und koexistiert dort mit dem Spanischen. Insgesamt verwenden etwa 170 Millionen Menschen Portugiesisch als Primärsprache und nochmals etwa 20 Millionen als Sekundärsprache.

3. Entwicklung

Die Wurzel des Portugiesischen war die lateinische Volkssprache, die sich nach der römischen Besetzung der iberischen Halbinsel dort ausbreitete. Nach dem Zerfall des römischen Reiches begann sich die einheitliche, wenn auch lokal geprägte lateinische Sprache in den nun voneinander unabhängigen Provinzen unterschiedlich zu entwickeln. So entstand beginnend mit dem 5. Jahrhundert mit der Eroberung durch die Westgoten auch in Nordportugal und Galicien eine eigene Sprache. Aus dem Westgotischen wurden Wörter, Strukturen und Artikulationen übernommen. Durch die Eroberung großer Teile der iberischen Halbinsel durch die arabischen Mauren im 8. Jahrhundert wurden viele arabische Wörter in die portugiesische Sprache eingebracht, ohne dass jedoch die Sprachstruktur beeinflusst wurde, ähnlich wie beim Spanischen, mit dem es sich parallel entwickelte.
Ausgehend vom Lateinischen zeichnet sich die lautliche Entwicklung des Portugiesischen besonders durch den Schwund des intervokalischen "l" und "n" aus. So wurde aus dem lateinischen "quales" das portugiesische "quais", aus "persona" wurde "pessoa". Besonders deutlich wird das am Beispiel der bestimmten Artikel. Dabei entfiel in den häfig anzutreffenden Verbindungen "de-lo" und "de-la" zuerst das "l" und dann durch Assimilation das "e", so dass für den Artikel nur noch "o" und "a" verblieben. Analog entfällt bei Wörtern, die im Singular auf "-l" enden, dies im Plural aufgrund seiner intervokalischen Position. Somit lautet der Plural von "sol" "sóis".
Trotz aller Unterschiede sind sich Spanisch und Portugiesisch bis heute so ähnlich geblieben, dass sich die Sprecher beider Sprachen trotz der Unterschiede relativ problemlos miteinander verständigen können. Jedoch hat sich der Lissaboner Dialekt durch die politische Unabhängigkeit Portugals von Spanien zu einer eigenständigen Hochsprache entwickelt, während sich das Portugiesische von seinem ursprünglichen Entstehungsgebit aus über das gesamte portugiesische Staatsgebiet ausbreitete.
Im 16. Jahrhundert begann die portugiesische Eroberung Brasiliens und anderer Kolonien, wodurch sich nicht nur neue Dialekte in den Kolonien entwickelten, sondern auch indianische, afrikanische und asiatische Wörter in die portugiesische Sprache eingetragen wurden. Auch die Aussprache modifizierte sich dadurch weiter, jedoch blieb die Sprachstruktur bestehen, so dass Portugiesisch grammatikalisch dem Lateinischen immer noch besonders nahe steht und viele ältere grammatische Formen erhalten hat, die in anderen romanischen Sprachen bereits verloren gingen. In neuerer Zeit werden verstärkt Begriffe aus dem Englischen in das Portugiesische eingetragen, was sich aus der Ausbreitung von Englisch als Weltsprache und der amerikanisch geprägten westlichen Kultur erklärt.

4. Struktur

4.1. Wortschatz

Der größte Teil des portugiesischen Wortschatzes stammt aus dem Lateinischen, obwohl auch viele Wörter noch zur Zeit der römischen Besetzung aus anderen Sprachen wie dem Karthagischen, Keltischen und Phönizischen übernommen wurden. Ursprünglich arabischen Wörter, speziell Eigennamen, sind oft noch an dem in das portugiesische Wort integrierten arabischen Artikel "al" zu erkennen. Auch Wörter indianischen und afrikanischen Ursprungs sind zu finden, speziell natürlich in den lateinamerikanischen und afrikanischen Varianten des Portugiesischen. Weiterhin wurden einige Fremdworte aus dem Griechischen, dem Französischen und vor allem neuerdings aus dem Englischen übernommen.

4.2. Aussprache

Portugiesisch verfügt über elf verschiedene Vokale, 25 Konsonanten, sowie einige Diphthonge, wovon manche zusätzlich nasaliert sein können. Dabei weicht die portugiesische Aussprache einiger Laute etwas von anderen romanischen Sprachen, speziell vom Spanischen, ab, aber über weite Teile verfügt das Portugiesische über den gleichen Lautbestand. So entspricht "lh" dem spanischen "ll" und dem italienischen "gl", "nh" dem spanischen "ñ" und dem italienischen "gn", und "ch" und "j" den französischen Äquivalenten.
Im Gegensatz dazu stellen "d", "t", "n" und "l" im Portugiesischen Dentale dar, da die Zunge bei der Artikulation dieser Laute die Unterkante der oberen Zähne berührt. Neben weiteren Unterschieden wie beim "s" gibt es darüber hinaus auch signifikannte Unterschiede zwischen den einzelnen portugiesischen Dialekten. So wird das "rr", das im Portugiesischen wie im Spanischen einen eigenständigen Laut bezeichnet, in Portugal als Alveolar, in Brasilien hingegen oft als Uvular oder gutturaler Laut gesprochen. Die durch "ti" und "di" wiedergegebenen Lautverbindungen werden in Portugal entsprechend dem Buchstabenwert wiedergegeben, während sie im Brasilianischen nahe "č" und "dž" ausgesprochen werden.
Ähnlich wie im Französischen werden in der gesprochenen portugiesischen Sprache syntaktisch zusammengehörige Wörter phonetisch miteinander verbunden. Durch Assimilation verändern dabei einige Laute gegenüber der isolierten Aussprache je nach phonetischer Umgebung ihren Lautwert.

4.3. Grammatik

Die portugiesische Grammatik ähnelt über weite Strecken dem Spanischen. Allerdings haben sich noch viele grammatische Formen, die auch aus dem Altspanischen bekannt sind, erhalten, die in der modernen spanischen Sprache verschwunden sind. So können im Portugiesischen Futur- und Konditionalendungen vom Verbstamm abgetrennt und Pronomen in der Objektfunktion eingeschoben werden. Noch direkt aus dem Lateinischen stammt hingegen das Futurum exactum und das einfache Plusquamperfekt. Außerdem verfügt Portugiesisch als einzige romanische Sprache über einen persönlichen Infinitiv.
Viele portugiesische Substantive besitzen eine auf "-a" endende feminine und eine auf "-o" endende maskuline Form und entsprechen damit den jeweiligen lateinischen Substantiven der ersten und zweiten Deklination. Der Plural der Substantive wird im Portugiesischen hingegen regelmäßig mit "-s" gebildet.


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Neben Portugiesisch an sich gibt es dabei auch noch Brasilianisch als wichtige regionale Variante.

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Letzte Änderung: 1. April 2003 - © Kunst des Denkens 2002-2003