Niederländisch

Deutsch-Niederländisch Grammatik Niederländisch-Deutsch

1. Einordnung

BabylonNiederländisch gehört zur deutschen Sprachengattung, westgermanische Sprachenuntergruppe, germanische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.

2. Verbreitung

Niederländisch ist die Nationalsprache der Niederlande und des belgischen Landesteils Flandern. Es wird auch in einigen angrenzenden Gebieten des Departements Nord in Frankreich, sowie Deutschlands und Luxemburgs gesprochen. In Surinam und den Niederländischen Antillen ist es die offizielle Landes- und Amtssprache. Die eigentlichen Primärsprachen der Bevölkerung dort sind jedoch Sranan beziehungsweise Papiamento und Englisch.
Besonders von Deutschen wird Niederländisch oft Holländisch genannt, was jedoch eigentlich die Bezeichnung der nördlichen niederländischen Dialekte ist. Die südlichen Dialekte werden Flämisch genannt, wobei die Flamen selbst wiederum diesen Begriff synonym als Bezeichnung der niederländischen Hochsprache verwenden, da die Bezeichnung Niederländisch eine Nähe zum Staat und Volk der Niederlande andeutet, wozu sie sich nicht gehörig fühlen. Trotzdem verwenden sie die gleiche standardisierte Schriftsprache.
Die Sprache der Nachkommen der niederländischen Kolonisten im Süden Afrikas, das Afrikaans oder Kapholländisch, kann von ihrer Struktur und ihrem Grundwortschatz her ebenfalls als niederländischer Dialekt aufgefasst werden. Durch den starken Eintrag afrikanischen, deutschen und englischen Wortgutes wird sie heute jedoch bereits als eigenständige Sprache gewertet, obwohl eine Verständigung bei Verzicht auf Afrikanismen problemlos möglich ist.

3. Entwicklung

Das Niederländische entwickelte sich als Altniederländisch aus einem Zweig des Niederdeutschen und war lange Zeit ein deutscher Dialekt. Im Mittelalter, als oberdeutsche Dialekte stärkeren Einfluss auf die deutsche Hochsprache auszuüben begannen, entfernte sich das Mittelniederländische jedoch immer mehr von Deutschen. Dabei wechselten sich Einflüsse der Dialekte Flanderns, Brabants und Hollands bei der Herausbildung der sich abzeichnenden Hochsprache je nach politischer und wirtschaftlicher Vorherrschaft ab. Aber erst im 16. Jahrhundert emanzipierte es sich als Neuniederländisch durch die Entwicklung einer eigenen Schriftsprache vom Deutschen, die sich im 17. Jahrhundert vor allem in den nördlichen Niederlanden verbreitete und allgemeine Anerkennung fand. Jedoch blieb es durch eine Kette niederländischer und niederdeutscher Dialekte mit dem Deutschen verbunden, die einen kontinuierlichen Übergang zwischen beiden Sprachen darstellen. Entsprechend groß ist auch heute noch die Variationsbreite niederländischer Dialekte.
Im südlichen Teil der Niederlande wurde das Flämische nach der Unabhängigkeit des Nordens 1579 und besonders seit der französischen Besetzung 1794 immer weiter zugunsten des Französischen zurückgedrängt, weshalb die niederländische Hochsprache dort zuerst nicht Fuß fassen konnte. Daran änderte auch die Vereinigung beider Landesteile 1815 nichts, die schließlich bereits nach 15 Jahren scheiterte und 1830 mit der Gründung des sprachlich französisch dominierten Belgien endete. Erst der erwachende flämische Nationalismus führte im 19. Jahrhundert zu einem Wiederaufleben der flämischen Sprachkultur. Die niederländische Sprache wurde zum nationalen Symbol der Selbstbehauptung, was wesentlich zur Durchsetzung der standardisierten Hochsprache gegenüber den lokalen Dialekten zu Beginn des 19. Jahrhunderts beitrug. Da sich Flamen trotzdem nicht als Niederländer ansehen, gab es Versuche, eine eigene flämische Schriftsprache zu entwickeln, die jedoch scheiterten, da es für die Flamen schon problematisch genug war, sich gegen die Vorherrschaft des Französischen durchzusetzen. Erst 1938 wurde ihrer Forderung entsprochen und Flämisch zur gleichberechtigten Nationalsprache Belgiens erklärt.
Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Rechtschreibreform durchgeführt, die zu einem einheitlichen Standard für Niederländer und Flamen führte. Durch moderne Massenmedien, die länderübergreifend verbreitet werden, wird die Hochsprache stark gefestigt und und drängt die lokalen Dialekte weiter zurück.

4. Struktur

4.1. Wortschatz

Der niederländische Grundwortschatz ist vollständig germanisch, wobei innerhalb der germanischen Sprachen jedoch ein gewisser Einfluss des Friesischen festzustellen ist, welches mehr und mehr vom Niederländischen assimiliert wurde. Besonders der flämische Dialekt enthält jedoch aufgrund der mehrere hundert Jahre dauernden Vorherrschaft viele Lehnwörter aus dem Französischen, die aber nicht zum hochsprachlichen Standard gehören und auch nicht immer allgemein verstanden werden. Dem Eintrag moderner englischer Begriffe aufgrund der Internationalisierung kann sich auch das Niederländische nicht entziehen.

4.2. Phonetik

Die Aussprache des Niederländischen weist eine große Variationsbreite auf. Trotzdem werden im Wesentlichen nur die auch aus dem Deutschen bekannten Vokale und Konsonanten verwendet, wenn es auch gerade bei den Vokalen einige eher nordisch klingende Varianten gibt.

4.3. Orthografie

Niederländer und belgische Flamen verwenden eine gemeinsame, standardisierte Schriftsprache, die den Aussprachebesonderheiten folglich nicht Rechnung tragen kann. Trotzdem ist die Kongruenz zwischen Schriftsprache und Aussprache relativ groß, wenn die jeweiligen Ausspracheregeln beachtet werden.

4.4. Grammatik

Im Niederländischen werden, ähnlich wie in den meisten skandinavischen Sprachen, nur zwei Geschlechter unterschieden.


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Letzte Änderung: 14. Februar 2004 - © Kunst des Denkens 2003-2004