Englisch

Deutsch-Englisch Grammatik Englisch-Deutsch

1. Einordnung

BabylonEnglisch gehört zur anglofriesischen Sprachengattung, westgermanische Sprachenuntergruppe, germanische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm. Seine grammatische Struktur und der Grundwortschatz sind zwar germanisch, jedoch werden Wortschatz und Wortbildung auch wesentlich von romanischen Einflüssen geprägt.

2. Verbreitung

Englisch ist die Nationalsprache Englands. Von dort aus breitete sie sich in alle Teile Großbritanniens und in die ehemaligen britischen Kolonien aus, wo inzwischen wesentlich mehr Englischsprecher leben, als in England selbst. Als Landessprache, eventuell neben weiteren Zweitsprachen, wird Englisch heute flächendeckend in Großbritannien (Britisch), den USA (Amerikanisch), Canada, Irland (Hiberno-Englisch), Australien, Neuseeland und Südafrika gesprochen. Hinzu kommt noch eine Vielzahl kleinerer Länder wie die Bahamas, Barbados, Belize, Grenada, Guyana, Jamaica und Liberia. Dabei wird jeweils ein lokaler Dialekt gesprochen, der in Extremfällen durch Einmischung anderer Sprachen auch recht weit von der Hochsprache entfernt sein kann. Das gilt auch für die noch heute von Großbritannien oder den USA abhängigen Gebiete wie Gibraltar (GB) und Puerto Rico (US).
Weiterhin wird Englisch in vielen Staaten, die früher britische Kolonien waren oder unter britischem Einfluss standen, neben einheimischen Sprachen als Staatssprache oder Verkehrssprache verwendet. Allen voran ist hier Indien zu nennen, aber auch Botswana, Gambia, Ghana, Kamerun, Kenia, Lesotho, Malawi, Malta, Mauritius, Namibia, die Niederländischen Antillen, Nigeria, Sambia, die Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapore, Swasiland, Tansania, Trinidad und Tobago, Uganda, Vanuatu und West-Samoa. In diesen Ländern sind tiefere englische Sprachkenntnisse aber meist auf die gebildeteren Schichten der Bevölkerung begrenzt. Auch hier haben sich daher beim Gebrauch des Englischen als Verkehrssprache der unteren Schichten Varianten herausgebildet, die sich sehr weit von der englischen Hochsprache entfernt haben.
Insgesamt benutzen etwa 340 Millionen Menschen Englisch als Primärsprache und nochmals etwa 100 Millionen als Sekundärsprache. Seine wesentlichste Bedeutung hat Englisch aber als universelle Weltsprache, als Sprache der Wissenschaft, der Technik und des Internets. Englische Fremdsprachenkenntnisse sind inzwischen weltweit verbreitet, so dass es als universelles Kommunikationsmittel in weiten Teilen der Welt dienen kann. »English takes you everywhere« - Mit Englisch kommt man überall durch.

3. Entwicklung

Durch die Mischung der germanischen Sprachen Anglisch, Sächsisch und Friesisch entstand nach der Einwanderung der Germanen auf die britische Hauptinsel in der Zeit von 449 bis 1066 das Angelsächsische oder Altenglische. Dabei gab es bereits erste Einflüsse des Lateinischen, das von den lateinisch-keltischen Einwohnern Britanniens bis dahin gesprochen wurde. Vor allem aber gab es in dieser Zeit infolge der politischen Vorgänge skandinavische Eintragungen in die altenglische Sprache.
Nach der Invasion der Normannen aus Frankreich 1066 gelangten immer mehr romanische Elemente in die angelsächsische Volkssprache. Das Normannische, ein Dialekt des Französischen, brachte in erheblichem Maße seinen Wortschatz ein, womit die Ausdrucksmöglichkeiten und die Variationsbreite der entstehenden englischen Sprache wesentlich vergrößert wurden. Ihr grammatische Grundgerüst blieb jedoch unverändert germanisch. So entstand in der Zeit von 1066 bis 1450 das Mittelenglische. Die folgenden Veränderungen und Verschiebungen in der Bedeutung, der Aussprache und der Grammatik führten schließlich zum Neuenglischen, das nochmals in Frühneuenglisch von 1450 bis 1660 und Neuenglisch ab etwa 1660 bis heute unterteilt wird und seit dem zwar an Umfang stark zugenommen hat, aber unter Beibehaltung stabiler Strukturen.
Durch den Gebrauch als Verkehrssprache entstand durch Vereinfachung, Missverständnisse und Eintrag aus anderen Sprachen eine Vielzahl von Varianten, das Pidgin-Englisch. Je nach Region handelt es sich dabei um Mischungen mit Chinesisch, Polynesisch oder afrikanischen Sprachen, wobei die Grammatik meist extrem vereinfacht ist und je nach Variante ein geringer bis sehr großer Anteil an Fremdwortschatz die englischen Wörter ersetzt. Diese Entwicklung findet aber außerhalb der Entwicklung der Hauptlinie der englischen Sprache statt, obwohl die Verbeitung von Pidgin-Varianten in Asien und Afrika stark zunimmt.

4. Struktur

4.1. Lexik

Der Grundwortschatz des Englischen an grammatisch relevanten Wörtern ist vollständig germanisch. Das betrifft Pronomen, Hilfsverben, Präpositionen, Konjunktionen, Artikel und Numerale. Das moderne Englisch besitzt jedoch für viele grundlegende Begriffe des Alltags jeweils ein germanisches und ein romanisches Wort, wobei meist kleine Bedeutungsunterschiede bestehen, was durch entsprechende Wortwahl eine sehr spezifische Ausdrucksweise ermöglicht. In Einzelfällen haben sich auch erheblichere Bedeutungsunterschiede entwickelt. Im Allgemeinen besitzen germanische Wörter mehr elementare Bedeutung, während romanische Wörter eher sozial oder intellektuell gehobene, abstrakte oder übertragene Bedeutung haben.
Der Wortschatz des Englischen ist jedoch nicht nur durch die Existenz vieler parallel existierender bedeutungsähnlicher Wörter aus den romanischen Quellsprachen Latein und Französisch, und den germanischen Quellsprachen Altenglisch und Skandinavisch besonders groß. Durch seine weite Verbreitung haben sich auch eine Vielzahl regionaler Varianten und Dialekte mit teilweise eigenen Wortschatzelementen entwickelt. Englisch ist als Weltsprache auch noch vielen weiteren Einflüssen ausgesetzt, so dass Wörter aus anderen Sprachen, teilweise mit allgemeiner, meist aber mit regional-kultureller Bedeutung in den englischen Wortschatz eingetragen werden. Und natürlich enthält Englisch als Sprache von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik eine ungeheuere Anzahl an neugebildeten Fachtermini für eine Vielzahl von Bereichen. Nicht zu vergessen ist auch die Bedeutung des Englischen als Mode- und Trendsprache sowie als Slang-Sprache, wodurch immer neue Wortneuschöpfung auftauchen. Insgesamt kann man daher von einem Wortschatz von mehr als 1 Million Wörtern ausgehen.
Das unbegrenzte Erweiterungspotential des Englischen ist letztlich strukturbedingt. Die Regeln der Wortbildung aus vorhandenen Wörtern sind sehr weitgehend und lassen eine große Freiheit zu Wortneuschöpfungen. Dazu gehören zum einen Regeln zur Bildung anderer Wortarten und zur Erzeugung von Wortfamilien um ein Wort herum durch Präfizierung und Suffizierung, sowie die freie Kombinierbarkeit von Wörtern zu Komposita.
Durch die weite Verbreitung des Englischen, das in mehreren geographisch voneinander isolierten Ländern Landessprache ist, haben sich zwischen diesen Ländern auch Bedeutungsunterschiede bei einzelnen Wörtern herausgebildet. Dabei gibt es einmal den Fall, dass gleiche Wörter je nach Land unterschiedliche Bedeutungen haben, anderseits existieren für das gleiche Objekt gelegentlich unterschiedliche Bezeichnungen. Das kann beispielsweise zwischen Briten, Amerikanern und Australiern und erst recht bei Fremdsprachlern zu erheblichen Verwirrungen führen.

4.2. Phonetik

Sowohl durch die historische Entwicklung, als auch durch die extrem weite Verbreitung, die sowohl zu vielfältigen fremdsprachlichen Einflüssen, als auch zu einer teilweisen Isolation der Sprecher geführt hat, ist es bedingt, dass keine standardisierte, allgemein anerkannte Aussprachenorm des Englischen existiert. Die Variationsbreite ist dabei sowohl bei der Lautung, als auch der Betonung recht groß. Selbst die in den Schulen gelehrte Standardsprache unterscheidet sich daher von Land zu Land.
In Großbritannien wird für die Hochsprache die genormte "Received Pronunciation" verwendet, eine Aussprachenorm, die sich an der Sprache der Gebildeten, speziell an der an den Universitäten von Oxford und Cambridge gelehrten Aussprache, orientiert. Unterstützt von Schule und elektronischen Medien setzt sich das sogenannte Standard-Englisch immer mehr gegen die Dialekte mit deren Aussprachevarianten durch.
Auch in den USA und Canada ist eine Entwicklung zu erkennen, die auf eine mehr britische Aussprache hinführt. Das ist nicht zuletzt dem Einfluss der Medien und der Tatsache zu verdanken, dass die USA auch heute noch ein Einwandererland sind. Und da Sprachkenntnisse als Schlüssel zum Erfolg in der neuen Heimat gelten, bemühen sich die Zuwanderer, "richtig" Englisch zu lernen, was im Allgmeinen dem britischen Standard-Englisch nahe kommt.

4.3. Orthografie

Die Schreibung englischer Wörter ist ethymologisch, nicht phonetisch. Der Lautwert des geschriebenen Wortes entspricht daher einem historischen Vorbild, nicht aber der aktuellen Aussprache dieses Wortes. Das hat einerseits den Vorteil, dass geschriebenes Englisch über Zeit- und Ländergrenzen hinweg ungeachtet der Aussprache verstanden wird, macht aber die englische Rechtschreibung außerordentlich schwierig. Zwar existieren einige Regeln für den Zusammenhang zwischen Aussprache und Schreibung, die sich zum Teil aus den Gesetzen der Lautverschiebung ergeben, weil ähnlich klingende Wörter oftmals die gleiche Verschiebung erfahren haben, aber auch dabei kann von Allgemeingütigkeit keine Rede sein.
Es gab in der Vergangenheit mehrere Versuche, die Schreibung des Englischen zu reformieren. Dabei wurden aber im Wesentlichen nur einige Vereinfachungen und Standardisierungen vorgenommen, ohne tatsächlich auf phonetische Schreibweise umzustellen. Der bisher weitgehendste Versuch in dieser Richtung wurde in den USA gewagt, konnte sich aber nicht allgemein durchsetzen und wird, speziell in Großbritannien als Mutterland des Englischen, nicht als korrekt anerkannt. Da es ohnehin keine in allen großen englischsprachigen Ländern allgemein anerkannte Aussprache gibt, wird das Problem der Schreibung des Englischen wohl auch auf absehbare Zeit nicht gelöst werden.

4.4. Grammatik

Das moderne Englisch hat fast alle Flexionen seiner Vorgänger verloren und ist heute weitgehend eine unflektierte Sprache. Bei den Substantiven haben sich nur im Genitiv und Plural Endungen erhalten, die aber bis auf wenige Ausnahmen einheitlich sind. Verben haben im Präsens nur in der 3. Person Singular eine Endung, die ebenfalls völlig regelmäßig ist. Dabei gibt es in der Umgangssprache Tendenzen, auch darauf noch zu verzichten. Präteritum und Partizipien werden regelmäßig durch Anfügung von einfachen Dentalsuffixen gebildet. Allerdings gibt es aber noch 66 Verben, bei denen sich historische Formen der starken Beugung durch Stammveränderung erhalten haben, die heute als unregelmäßig bezeichnet werden. Jedoch gibt es auch hier Tendenzen zur Angleichung an die moderne Regel. Einsilbige und einige zweisilbige Adjektive werden nur noch zwecks Steigerung flektiert, alle anderen Adjektive werden synthetisch gesteigert und bleiben damit völlig unveränderlich. Die Bildung der Adverbien aus den Adjektiven geschieht durch einfaches Anfügen einer regelmäßigen Endung. Sowohl bei der Steigerung als auch der Adverbbildung gibt es nur eine sehr geringe Anzahl von unregelmäßigen Ausnahmen. Einzig die Personalpronomen und das Hilfsverb "sein" haben noch einen großen Formenreichtum bewahrt.
Der weitgehende Wegfall der Flexion im Englischen hat bewirkt, dass statt dessen nun die Satzstellung deren Aufgaben übernimmt. Daher ist die Satzstellung im Englischen relativ starr und gehorcht dem Schema Subjekt - Prädikat - Objekt. Zur näheren Beschreibung des Prädikates werden zahlreiche Hilfsverbkonstruktionen verwendet.


Literaturtipps

Für das Kennenlernen einer Sprache und für die Reise empfehlen wir die sogenannten Sprechführer "Kauderwelsch - Wort für Wort". Hier gibt es ein notwendiges Minimum an Grammatik, eine Erklärung der Aussprache, so dass man versteht und verstanden wird, sowie genau die Worte, die bei einer Reise besonders wichtig sind. Das Ganze wird, angereichert durch Informationen über Land und Leute, in einer Art präsentiert, die sich erheblich von konventioneller Übersetzung unterscheidet, was zwar nicht immer "elegant" ist, aber dafür das Verständnis ungemein erleichtert. Das alles macht "Kauderwelsch" daher zu einer preiswerten Wissensquelle für alle, die nicht verlangen, dass alle anderen Menschen gefälligst Deutsch lernen sollten. Interessant und nützlich!
Neben Englisch an sich gibt es dabei noch eine Menge mehr zu den regionalen Varianten von Schottland, Australien und Indien, sowie Slang, die Straßensprachen Großbritanniens, der USA (gleich zweimal), Kanadas, Australiens und Neuseelands.

Englisch (46872 Byte) Schottisch (37019 Byte) Australisch (46120 Byte) Indisch-Englisch (55955 Byte)
Britisch Slang (45692 Byte) Amerikanisch Slang (47378 Byte) mehr Amerikanisch Slang (47315 Byte) Kanadisch Slang (38156 Byte) Australisch Slang (53570 Byte) Neuseeländisch Slang (33939 Byte)

Will man mehr Wortschatz, ohne gleich professionell übersetzen zu wollen, dann empfehlen sich Langenscheidts Universal-Wörterbücher, in diesem Fall Englisch und Amerikanisch. Sie sind sehr handlich, vereinen beide Übersetzungsrichtungen und verfügen immerhin über einen Wortschatz von um die 30000 Wörtern und Wendungen.

Englisch (29159 Byte) Amerikanisch (29398 Byte)


Elektronische Taschenübersetzer für viele Sprachen, darunter auch für Englisch, gibt es bei Ectaco.
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Letzte Änderung: 27. März 2003 - © Kunst des Denkens 2001-2003