Etymos
Deutsch English US-English
Zeit ME(S)Z
Datum ME(S)Z

Sprachen Etymos Material
Sprachen Hauptseite Material

Lehr- und Wörterbücher, Reiseführer, CDs, CD-ROMs und DVDs  >>> 
 
Zum Kennenlernen einer Sprache und für die Reise empfehlen wir die Sprechführer "Kauderwelsch - Wort für Wort".
Irisch
Hier gibt es ein notwendiges Minimum an Grammatik, eine Erklärung der Aussprache, so dass man versteht und verstanden wird, sowie genau die Worte, die bei einer Reise besonders wichtig sind. Das Ganze wird, angereichert durch Informationen über Land und Leute, in einer Art präsentiert, die sich erheblich von konventioneller Übersetzung unterscheidet, was zwar nicht immer "elegant" ist, aber dafür das Verständnis ungemein erleichtert. Das alles macht "Kauderwelsch" daher zu einer preiswerten Wissensquelle für alle, die nicht verlangen, dass alle anderen Menschen gefälligst Deutsch lernen sollten. Interessant und nützlich - Kauderwelsch Irisch-Gälisch.
Will man mehr Wortschatz, ohne gleich professionell übersetzen zu wollen, dann empfiehlt sich das Wörterbuch Irisch-Deutsch mit deutsch-irischem Wortindex.
Wörterbuch Irisch-Deutsch
Durch den zusätzlichen Wortindex ermöglicht es beide Übersetzungsrichtungen und verfügt immerhin über einen Wortschatz von um die 17000 Wörtern und Wendungen. Die phonetische Lautumschrift ermöglicht problemlos die korrekte Aussprache und die grammatischen Flexionsangaben sind leicht nutzbar. Im irischen Teil werden die Stichworte durch umfangreiche Kollokationen ergänzt.
 
[Aksios] [Ilaros] [Etymos]
[Akilet] [Albain]
Telefon, Internet und eigene Homepage elektronische Wörterbücher
 Impressum 
Irisch (Gälisch)
Deutsch-Irisch Grammatik Material Irisch-Deutsch
1. Einordnung
 
Irisch, Selbstbezeichnung Gaeilge, wird mit historisch korrektem Bezug in direkter Übersetzung der irischen Selbstbezeichnung auch Gälisch, englisch Gaelic, genannt. Um Verwechslungen mit dem schottischen Gälisch zu vermeiden, ziehen die Iren aber die Bezeichnung als Irisch, englisch Irish, vor. Die Sprachkennungen für modernes Irisch nach ISO 639 lauten ga und gle.
Irisch sowie Schottisch und Manx lassen sich als Makrodialekte der Makrosprache Gälisch interpretieren, da sie untereinander weitgehend verständlich sind. Sie werden aber aus nationalpolitischen Gründen als selbstständige Sprachen mit folgender Klassifizierung bewertet:
 
Sprachengattung Goidelisch
Sprachenfamilie Keltisch
Sprachenuntergruppe Keltoitalisch
Sprachengruppe Südeuropäisch
Sprachenklasse Euroarisch
Sprachenzweig Indoeuropäisch
Sprachenstamm Nostratisch

Die vielfach noch anzutreffende Einteilung der keltischen Sprachen in Inselkeltisch und Festlandkeltisch ist linguistisch irrelevant. Die moderne irische Hochsprache ist eine Kunstsprache, die aus den drei heutigen Hauptdialekten Ulster, Connacht und Munster zusammengesetzt und durch Kunstbegriffe und englische Fachbegriffe erweitert wurde und wird. Sie wird jedoch von den Primärsprachlern der Dialektgebiete nicht als Hochsprache anerkannt und auch nicht gesprochen. Daher bezeichnet sie sich selbst auch nicht als Hochsprache, sondern als Standardsprache oder "Zentraldialekt" im Gegensatz zu den Nord-, West- und Süddialekten.
2. Verbreitung
 
Hauptsprache Irland
Minderheitensprache Nordirland (Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland)

Irisch ist laut Verfassung die offizielle Nationalsprache und Amtssprache der Republik Irland. Daher ist sie auch eine der Amts- und Arbeitssprachen der Europäischen Union.
Tatsächlich wird Irisch aber nur noch ursprünglich in einigen wenigen Gebieten Irlands gesprochen, den sogenannten Gaeltachtaí. Es handelt sich dabei um den Westen des Kreises Donegal in Ulster, westliche Gebiete der Kreise Mayo und Galway in Connacht und einige Gebiete in den Kreisen Waterford, Cork und Kerry in Munster. Außerhalb dieser Gebiete ist Irisch als Umgangs- und Geschäftssprache vollständig vom Englischen abgelöst worden. Es wird aber vielfach als Kultursprache von nationalbewussten Iren verwendet, um damit ihre nationale Identität zu demonstrieren. Aus diesem Beweggrund heraus hat sich eine kleine Gruppe von Aktivisten mit englischem Sprachhintergrund dazu entschlossen, das Irische als eigene Umgangssprache anzunehmen und auch im privaten Leben zu pflegen und an ihre Kinder weiter zu geben. Diese Neusprachler verwenden meist die irische Hochsprache. Da die Komplexität einiger grammatischer Regeln wie beispielsweise zu Flexion und konsonantischen Vorsätzen die Erlernbarkeit als Fremdsprache aber erheblich erschwert, ist die Sprache der Neusprachler teilweise mit erheblichen grammatikalischen Fehlern behaftet. Das trifft auch auf Nordirland zu, wo Irisch zwar prinzipiell als Minderheitensprache anerkannt, sein Status aber umstritten ist. Von diesen das allgemeine sprachliche Leben wenig beeinflussenden Wiederbelebungsversuchen abgesehen hat sich jedoch das Englische als Primärsprache weiter gefestigt. Ähnliches ist zu den irischen Gemeinden vor allem in Großbritannien, Nordamerika und Australien zu sagen, wo Irisch auch höchstens noch als Kulturgut gepflegt, aber nicht mehr als Umgangssprache beherrscht wird. Meist gehen die Sprachkenntnisse nicht über einige Redewendungen mit historischem oder kulturellen Wert hinaus oder beschränken sich auf ein paar Floskeln auf Reiseführerniveau. Außerhalb Irlands existieren nur sehr wenige Tertiärsprachler, die Irisch mit messbarem Erfolg als Fremdsprache erlernt haben.
 
Primärsprachler 53.000 (2006)
Sekundärsprachler 17.000 (2006)
Tertiärsprachler 1,7 Mio. (2006)
3. Entwicklung
 
bis ~600 Gälisch

Das Irische entwickelte sich in gerader Linie aus dem Gälischen, welches bereits vor dem 5. Jahrhundert von den Kelten gesprochen wurde, die die irische Insel besiedelt hatten. Diese Sprache war durch die Verschmelzung der Dialekte der verschiedenen protokeltischen und keltischen Einwanderungswellen nach Irland entstanden. Die ältesten Zeugnisse des Gälischen sind die Ogham-Steine. Auf diesen Steinen, die als Grabsteine, Gedenksteine oder Landmarkierungen verwendet wurden, wurden längs der Kanten Buchstaben eingeritzt, die aus bis zu fünf Strichen für Konsonanten oder Punkten für Vokale zusammengesetzt sind. Die Buchstaben dieser Oghamschrift sind nach verschiedenen Naturobjekten benannt. Da auf Ogham-Steinen nur Eigennamen verzeichnet sind, sind kaum Aussagen über die Sprachstrukltur des alten Gälischen möglich.
 
600-900 Altirisch

Mit der Christianisierung kamen im 5. Jahrhundert die lateinische Schrift und einige wenige lateinische Lehnwörter nach Irland. Ab dem 6. Jahrhundert wurde auch die einheimische Sprache mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Dabei wurde jedoch eine spezielle aus lateinischen Majuskeln abgeleitete gälische Unzialschriftart, Cló Gaelach, verwendet, die erst 1953 durch die international gebräuchliche lateinische Schrift, Cló Rómhánach, ersetzt wurde.
Durch die Eigenarten des Altirischen, das vor allem durch die Palatalisierung wesentlich mehr Laute kannte als das Lateinische, wurde die Benutzung von Buchstabenverbindungen und Zusatzzeichen für die zusätzlichen Laute notwendig. Buchstabenverbindungen wurden vor allem für Vokale, Diphthonge und Triphthonge sowie für variierte Konsonanten verwendet, während Länge und Akzent der Vokale durch diakritische Zeichen angezeigt wurden. Die Lention von Konsonanten wurde durch einen Punkt über dem Buchstaben angezeigt.
Die so entstandene und zwischen 600-900 verwendete, grammatisch hochkomplexe, altirische Schriftsprache weist eine starke Formalisierung der zahlreichen Flexionen und Standardisierung der Lexik und Orthografie auf. Dies deutet auf die Etablierung einer speziellen künstlich überarbeiteten Gelehrtenschriftsprache hin, die sich von den gesprochenen Dialekten deutlich unterschieden haben dürfte.
Die Überfälle und Siedlungen der Wikinger hinterließen nur wenige sprachliche Einflüsse, vornehmlich im Bereich Seefahrt und Handel sowie bei Ortsnamen.
 
900-1200 Mittelirisch
1200-1600 Frühneuirisch

Bis zum 16. Jahrhundert entwickelte sich das Altirische bis zum Mittelirischen geradlinig. Es gab nur geringe Einflüsse aus dem Englischen und Französischen auf den Wortschatz infolge der normannischen Beherrschung seit dem 12. Jahrhundert sowie der späteren englischen Dominanz, während die Grammatik und Phonetik sogar völlig eingenständig blieben.
In dieser Zeit verschwanden viele Laute oder wurden im Zuge weitreichender Lautverschiebung besonders der palatalisierten Laute einander angeglichen. Dadurch wurden viele geschriebene Buchstaben funktionslos, wurden aber aus etymologischen und grammatikalischen Gründen weiter geschrieben. Teilweise wurden Hilfskonstruktionen verwendet, um die Lautlosigkeit solcher Buchstaben zu bezeichnen. Das Flexionssystem vereinfachte sich wesentlich, was vor allem die Verben betraf. Bei Substantiven verschwand das Neutrum und zum großen Teil der Dual. Gleichzeitig brach die bisher standardisierte Schriftsprache in Dialekte auf, die mehr dem gesprochenen Irisch entsprachen.
 
1600-1900 Neuirisch

Im 16. Jahrhundert hatte das Irische im Wesentlichen seine moderne Form erreicht. In der Schrift setzte sich die Verwendung des "h" statt des Punktes als Modifikator für Konsonanten durch, so dass konsonantische Buchstaben mit diakritischem Zeichen durch Buchstabenverbindungen ersetzt wurden. Gleichzeitig setzte eine verstärkte politische Repression des Irischen durch die englischen Besatzer ein. Der irische Adel wurde entweder entmachtet oder anglifiziert. Die irische Sprache des Volkes sowie die irische Kultur insgesamt wurden als Zeichen nationaler Eigenständigkeit unterdrückt. Durch englische und schottische Einwanderung vor allem im Norden und Osten wurde das Irische weiter zugunsten des Englischen zurückgedrängt.
 
Durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1831 wurde Irisch schließlich auch als allgemeine Umgangssprache durch Englisch ersetzt. Englisch war alleinige Schulsprache - wer in der Schule irisch sprach, wurde bestraft. Die große Hungersnot aufgrund der Kartoffelfäule von 1845 bis 1849 zwang viele Iren zur Auswanderung, wobei Englisch die Sprache der bevorzugten Auswanderungsziele Britannien, Nordamerika und Australien war. Und auch für die Arbeit in den Fabriken und erst recht für eine Karriere oder eine höhere Bildung war Englisch unerlässlich, so dass das Irische endgültig in einige ländliche Gebiete im Westen Irlands zurückgedrängt wurde. Damit einher ging ein weiterer Zusammenbruch der klassischen irischen Grammatik, da Irisch nur noch Bauernsprache war und kaum noch Einfluss als Literatursprache hatte.
 
ab 1900 Regälisierung

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Irische als Symbol des Strebens nach Unabhängigkeit wiederentdeckt. Von irischen Nationalisten und Literaten wurde eine Regälisierung gefordert. Als 1922 26 der 32 irischen Kreise als Republik Irland unabhängig wurden, wurde die Regälisierung zum Staatszeil erklärt und Irisch als erste Nationalsprache festgelegt, obwohl es vom größten Teil der Bevölkerung kaum benutzt, von vielen noch nicht einmal verstanden wurde.
Zu dieser Zeit gab es weder eine irische Hochsprache, noch eine einheitliche Schriftsprache. Die noch irischsprachigen Gebiete waren inzwischen durch das Vordringen des Englischen völlig voneinander isoliert, so dass sich die Dialekte stark voneinander entfernt hatten. Relativ nah sind sich die Dialektgruppen des Connacht und des Munster, die sich ihrerseits wieder in einzelne Dialekte aufspalten. Weiter davon entfernt ist das Ulster, welches im Nordwesten gesprochen wird. Erst 1953 wurde aus diesen drei Dialekten eine künstliche Hochsprache mit standardisierter Grammatik und Orthografie geschaffen, die den beiden südlichen Dialektgruppen am nächsten kommt. Allerdings wird diese Hochsprache vor allem von irischen Primärsprachlern häufig nicht anerkannt, die Wörter und grammatische Konstruktionen, die in ihrem Dialekt nicht gebräuchlich sind, schlicht als falsch ablehnen.
Obwohl die wenigen irischsprachigen Gebiete unter speziellem Schutz der Regierung stehen und Irisch auch als Kultursprache etabliert wurde, verliert es doch in einer immer stärker internationalisierten Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Zwar ist Irisch Pflichtfach an den Schulen der Republik Irland, aber der sonstige Unterricht wird auf Englisch gehalten. Viele Straßenschilder sind zweisprachig und offizielle Regierungstexte sind nur in der irischen Form verbindlich. Auch für Institutionen und Ämter wie Polizei und Regierungschef werden irische Begriffe verwendet, jedoch ironischerweise im Englischen, das die allgemeine Umgangs- und Geschäftssprache darstellt. Die Regälisierung ist gescheitert, auch wenn Irisch noch lange Zeit als nationales Symbol und Teil der irischen Kultur lebendig bleiben wird.
4. Struktur
 
4.1. Lexik
 
Der Wortschatz des Irischen stammt zum absolut größten Teil aus dem alten Keltischen beziehungsweise Gälischen. Jedoch sind trotz einer enormen Lautverschiebung dabei immer noch Verwandschaftsbeziehungen zum Lateinischen nachweisbar, die oftmals zum Trugschluss verleiten, es hätte größe Einträge von Wortschatz aus dem Lateinischen gegeben. Lateinisch, dann Norwegisch und später Französisch und Englisch haben nur geringe Spuren im Wortschatz hinterlassen. Erst durch die Schaffung einer irischen Hochsprache erfolgte ein stärkerer Eintrag englischer Fachbegriffe für modere Dinge, die in der traditionellen Sprache nicht vorhanden sind. Jedoch gibt es Bestrebungen von Sprachnationalisten, solche Begriffe durch irische Neologismen zu ersetzen. Solche künstlich erschaffenen Wörter werden aber von den irischen Primärsprachlern weder benutzt noch verstanden und als Buch-Irisch abgetan.
 
4.2. Phonetik
 
Die im modernen Irisch verwendeten Laute entsprechen in ihrer einfachen Grundform im Wesentlichen den auch im Deutschen verwendeten.
 
Konsonanten

Bei den Konsonanten kommt das aus dem Englischen bekannte [w] hinzu, während die Laute [ð] und [θ] zwar noch in der Schreibung vorhanden sind, aber nicht mehr gesprochen werden. Als r-Laut wird im Gegensatz zum Deutschen ein dentaler Trill [r] oder Tap [г] verwendet.
Von allen Konsonanten außer dem [h] existieren neben den einfachen noch palatalisierte Varianten, die sowohl lexikalisch als auch grammatisch beuteungsunterscheidend sind.
In den Dialekten von Munster und Connacht existieren zusätzlich zu den einfachen und palatalisierten Varianten noch in unterschiedlichem Grade pharyngalisierte Varianten der Konsonanten "l", "n" und "r" - ebenfalls jeweils einfach und palatalisiert. Diese Varianten sind nicht bedeutungsunterscheidend und werden auch nicht in den Munster-Dialekten und in der Hochsprache verwendet. Pharyngalisierte Varianten finden im Schriftbild keine direkte Entsprechung, sondern werden prinzipiell im Anlaut, vor folgendem Konsonanten und nach kurzem Vokal bei betontem Konsonanten verwendet, im letzteren Fall durch Konsonantverdopplung angezeigt. Begleitend oder statt dessen wird oft ein vorangehender Vokal diphthongisiert oder verlängert. Diese Vokalveränderungen treten teilweise auch in den Munster-Dialekten auf. Für die Hochsprache haben werder Pharyngalisierung noch begleitende Vokalveränderungen Bedeutung.
 
Vokale

Bei Vokalen wird zwischen langen und kurzen Vokalen unterschieden. Die ehemalige Vielfalt mit weiteren Diphthongen und Triphthongen hat sich aber auf wenige Laute verringert. Die Vokale werden meist geschlossen gesprochen. Das trifft oft auch auf Diphthonge zu. Während lange Vokale in der Regel mit ihrem normalen Lautwert gesprochen werden, bleibt bei kurzen Vokalen in unbetonter Stellung durch Neutralisierung oftmals nur der Murmelvokal übrig.
Gelegentlich verschmelzen in der Wortmitte und am Wortende lenierte Konsonanten mit umgebenden Vokalen zu langen Vokalen oder zu Diphthongen. Folgt auf einen kurzen Vokal eine Konsonantenverbindung aus "l", "n", "r" und nachfolgendem "b", "bh", "ch", "g", "m", "mh", wird als Füllvokal ein Murmelvokal eingefügt, aber nicht geschrieben.
 
Betonung

Die Hochsprache verzichtet auf explizite Betonungsregeln. Die meisten Wörter werden aber auf der ersten Silbe betont. Dies bleibt auch beim Hinzutreten von Vorsilben so, die dann mindestens ebenso stark wie die folgende Silbe betont werden. In mehrsilbigen Wörtern erhalten lange Vokale Nebenbetonungen. Es gibt nur wenige Ausnahmen von dieser Regel, so in einigen Fremdwörtern. In den Munsterdialekten kommen noch weitere Betonungsregeln hinzu, die auch eine Betonung auf der zweiten oder dritten Silbe verlangen.
Im Satz sind einige Wortarten immer unbetont. Dies betrifft Personal- und Possessivpronomen - auch wenn sie hervorgehoben werden sollen, sowie Präpositionen, Präpositionalpronomen, Verbalpartikel, Konjunktionen, den Artikel, die Adverbialpartikel "go" und die Kopula.
Subjekte mit Ausnahme von Pronomen werden stärker betont als die Verben. In Kopulasätzen wird jedoch das Prädikat stärker als das Subjekt betont. Ebenfalls mit Ausnahme von Pronomen werden Objekte stärker betont als Subjekte. Adjektive, Genitivattribute und Appositionen werden stärker betont als das Wort, das sie näher bestimmen. Analog werden Adverbien und Adverbialbestimmungen stärker als die zugehörigen Verben betont. Einteilige Zahlen gleichen sich dem von ihnen bestimmten Wort an, wohingegen bei zweiteiligen Zahlen der zweite Teil meist stärker betont wird.
 
Intonation

Die Intonation im Satz ist prinzipiell fallend, unabhängig von der Satzart. Das trifft auch auf Fragen zu, die durch die Fragepartikel am Satzanfang als ausreichend charakterisiert aufgefasst werden.
 
4.3. Orthografie
 
Die Schreibung des Irischen ist eher etymologisch als phonetisch. Trotzdem gibt es jedoch relativ klare Regeln zur lautlichen Umsetzung der Schreibung. Diese sind allerdings ziemlich komplex, so dass es für viele Buchstaben und Buchstabenkombinationen unterschiedliche Aussprachemöglichkeiten gibt, die von der Stellung und von der Umgebung abhängen. Außerdem ist die Zahl der Ausnahmen durch weitere Lautverschiebungen sehr groß. Das macht das Lesen und noch viel mehr die Schreibung gehörter Wörter äußerst schwierig. Konsonantenverbindungen sind oftmals stumm oder enthalten stumme Bestandteile. Hinzu kommt, dass es eigentlich keine wirkliche Standardaussprache gibt. So werden Buchstaben und Verbindungen je nach Dialekt unterschiedlich ausgesprochen, was besonders auf die große Zahl von Vokalverbindungen zutrifft.
Das Irische verwendet die fünf kurzen Vokale "a", "e", "i", "o" und "u", die fünf langen Vokale "á", "é", "í", "ó" und "ú" sowie die 13 Konsonanten "b", "c", "d", "f", "g", "h", "l", "m", "n", "p", "r", "s" und "t". Die Palatalisierung von Konsonanten wird prinzipiell durch vorangehendes und folgendes "e" oder "i" angezeigt, fehlende Palatalisierung durch "a", "o" und "u", bei Konsonantengruppen jeweils für die gesamte Gruppe gültig. Ein Konsonant muss immer eindeutig bestimmt sein, so dass auf einen Konsonanten oder eine Konsonantengruppe immer die selbe Vokalart folgen muss, die davor steht. Durch somit notwendige, selbst nicht gesprochene (De-)Palatalisierungsvokale besteht eine gewisse Gefahr der Verwechslung von so entstehenden Vokalverbindungen mit Diphthongen oder Triphthongen. Wichtig ist, dass "ao" und "ae" Depalatalisierung anzeigen, aber als [i:] und [e:] gesprochen werden.
Das "h" kommt selbstständig nur in Fremd- oder Lehnwörtern vor. Ansonsten dient es in bestimmten Fällen als Vorschlag vor Vokalen und nach Konsonanten zur Anzeige der Lention, einem Abschleifen von Konsonanten teilweise bis hin zur Verstummung.
Original irische Wörter enthalten die Buchstaben "j", "k", "q", "v", "w", "x", "y" und "z" nicht. Sie können jedoch, wenn auch selten, in vor allem aus dem Englischen übernommenen Wörtern auftauchen.
Bei den Konsonantengruppen "mb", "gc", "nd", "bhf", "ng", "bp" und "dt" tritt Eklipse auf, der zweite Konsonant gleicht sich also dem ersten Konsonanten an. Beim "ng" führt das zu einer Nasalierung und damit einer Aussprache wie im Deutschen, während die anderen Gruppen in der Aussprache einfach auf den ersten Buchstaben reduziert werden.
 
4.4. Grammatik
 
Die Grammatik des Irischen ist zwar ursprünglich indogermanisch, aber verglichen mit germanischen, slawischen und romanischen Sprachen etwas gewöhnungsbedürftig. Einerseits liegt das an der Satzstellung mit Initialstellung des Verbs, andererseits an den Erscheinungen der Lention, Eklipse und anderen Anlautmutationen, nach denen sich Wörter je nach grammatischer Funktion und lautlicher Umgebung phonetisch verändern, was zusätzlich zur Flexion hinzukommt. Die Regeln, wann welche Wörter leniert werden und wo Eklipse auftritt, sind durchaus recht komplex.
 
Substantive Adjektive Artikel

Bei Substantiven gibt es nur das männliche und weibliche Geschlecht, kein sächliches. Bei Artikeln und Adjektiven erfolgt keine Unterscheidung des Geschlechts, was jedoch durch die Lention wieder relativiert wird. Im Prinzip gibt es im Irischen fünf Fälle. Die offizielle Grammatik nennt jedoch nur drei Fälle, wobei die Sprachentwicklung in Richtung auf nur noch zwei Fälle geht. Letzteres sind der Nominativ als die Grundform und der Genitiv. Zur Anrede wird der Vokativ verwendet, der aber zunehmend zugunsten des Nominativs verschwindet. Der Akkusativ ist prinzipiell gleich dem Nominativ, so dass er nicht mehr als eigenständiger Fall auftritt, sondern nur noch als grammatische Funktion des direkten Objektes. Zwar gilt das eigentlich auch für den Dativ, der statt dessen das indirekte Objekt bezeichnet. Jedoch existieren für das indirekte Objekt abweichende Lentions- und Eklipsenregeln, so dass es faktisch noch als eigenständiger Fall gewertet werden muss. Es existieren fünf Deklinationsklassen, wobei sich eine gewisse Ähnlichkeit zum Lateinischen zeigt, sowie unregelmäßige Deklinationen. Im Irischen gibt es einen Singular und mehrere Pluralformen. Daneben haben sich noch Spuren des alten Dual erhalten.
 
Verben

Es gibt nur zwei Konjugationsschemata der Verben, jedoch mit mehreren Untergruppen, die allerdings meist nicht systematisch unterschieden werden. Verbformen unterscheiden sich nach Modus (Indikativ, Imperativ, Konjunktiv), Tempus (Präsens, Präteritum, Futur, Konditional), Aspekt (habituell, progressiv) und Person (1.-3. im Singular maskulinum und femininum sowie Plural und unbestimmt). Weiterhin existieren Verbaladjektiv, Verbalnomen und eine Vielzahl von Partizipien. Synthetische und analytische Strukturen bestehen nebeneinander, wobei in den Dialekten im Süden eher synthetische, im Norden eher analytische Formen benutzt werden. Einige Verben verfügen über Suppletivstämme.
Die einfachen Zeitformen werden nur für allgemeine Handlungen und Verläufe verwendet, während konkrete Handlungen analog zum Englischen im Allgemeinen durch die Verlaufsform ausgedrückt werden. Eine Unterscheidung in Aktiv und Passiv existiert nicht. Es existiert auch kein Infinitiv, so dass Verben in Wörterbüchern im Inflektiv, also als Verbwurzel ohne Flexionsendung, aufgeführt werden. Neben elf unregelmäßigen Verben kennt das Irische auch defekte Verben, die nicht vollständig konjugiert werden können, sondern nur in wenigen Formen, oft nur in einer einzigen Form, vorkommen. Verneinungen und Fragen werden mit Partikeln gebildet.
 
Präpositionen

Präpositionen gibt es neben der Grundform als Verschmelzung mit Personalpronomen, so dass das Produkt als deklinierbare Präposition ohne Objekt interpretiert werden kann. Einige Präpositionen treten als Verbund mit Substantiven auf, wobei sie oft zu Zurkumpositionen werden. Postpositionen sind unüblich.
 
Numerale

Die Verwendung von Numeralen ist sehr formenreich und wenig systematisch. Neben den gewöhnlichen Kardinal- und Ordinalzahlen gibt es zum Zählen von Personen von 2-10 und 12 noch eigene Personenzahlen, die ursprüglich Zusammenziehungen aus Zahlwörtern mit dem irischen Begriff für Mann darstellten (außer die 2, die so viel wie Paar bedeutet). Beim Zählen von Objekten wird bei Zahlen >20 der Name oft zwischen Einer und Zehner eingeschoben.
 
Syntax

Die Wortstellung im neutralen Satz ist Verb-Subjekt-Objekt. Fragen werden durch vorangestellte Fragepronomen gebildet, so dass die Satzgliedstellung unverändert bleibt. Semantisch eigenständige Satzglieder können jedoch in Initialstellung gebracht werden, um den Fokus des Satzes zu ändern. Direkte Pronominalobjekte stehen jedoch gewöhnlich am Satzende.

Elektronische Taschenübersetzer für viele Sprachen gibt es bei Ectaco.
EctacoEctacoEctacoEctacoEctacoEctacoEctaco
 
XHTML 1.1, optimised for 1024*768. Last update 1 January 2010 - © Art of Thinking 2000-2010.