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Zum Kennenlernen einer Sprache und für die Reise empfehlen wir die Sprechführer "Kauderwelsch - Wort für Wort".
Bretonisch
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Bretonisch
Deutsch-Bretonisch Grammatik Material Bretonisch-Deutsch
1. Einordnung
 
Bretonisch gehört gemeinsam mit dem Walisischen und dem Kornischen zur britannischen Sprachengruppe, keltischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.
2. Verbreitung
 
Bretonisch ist die ursprüngliche Nationalsprache der Bretagne. Es wird aber fast nur noch im Département Finistère (Penn ar Bed) und in den westlichen Teilen der Départements Côtes-d'Armor (Aodoù-an-Arvor) und Morbihan (Mor-bihan) in merklichem Umfang verwendet. Nur wenige Familien von Sprachenthusiasten können als bretonische Primärsprachler bezeichnet werden. Ansonsten ist Bretonisch als Umgangs- und Geschäftssprache vollständig vom Französischen abgelöst worden. Etwa 250.000 Bretonen besitzen bretonische Sprachkenntnisse in unterschiedlichem Umfang. Jedoch nur wenige Tausend erreichen dabei die Sprachkompetenz einer Sekundärsprache. Allerdings wird Bretonisch vielfach als Kultursprache von nationalbewussten Bretonen verwendet, um damit ihre nationale Identität zu demonstrieren. Französisch ist jedoch auch in der Bretagne unangefochten die Primärsprache.
3. Entwicklung
 
Bretonisch leitet sich nicht vom ehemals in der Bretagne gesprochenen Gallischen ab, sondern vom Britannischen, das nach dem Zusammenbruch der römisch-keltischen Macht in Britannien von Flüchtlingen und Auswanderern aus Britannien mitgebracht wurde, die sich in der Bretagne ansiedelten. Das Bretonische ist besonders mit dem Kornischen verwandt, hat sich aber in 1500 Jahren eigenständiger Entwicklung davon so weit entfernt, dass eine Verständigung heute kaum noch möglich ist. Der von den Einwanderern seit dem 5. Jahrhundert mitgebrachte südwestbritannische Dialekt festigte sich schnell zum bis etwa 1000 gesprochenen Altbretonischen. Da schriftliche Überlieferungen zu großen Teilen bei normannischen Überfällen auf bretonische Klöster im 9. Jahrhundert vernichtet wurden, ist das Altbretonische nur schwach belegt. Bekannt ist jedoch, dass die Betonung der Wörter meist auf der letzten Silbe lag.
Bis etwa Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte sich die mittelbretonische Sprache, gekennzeichnet durch die Verschiebung des Akzents auf die vorletzte Silbe, sowie umfangreiche veränderungen der Grammatik und des Lautstandes. Das Mittelbretonische ist relativ gut durch Lyrik, Mysterienspiele und religiöse Erbauungsliteratur belegt.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte die machtvolle Zurückdrängung des Bretonischen durch das Französische ein. Besonders im nachrevolutionären Frankreich bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein war die Vernichtung des Bretonischen offizielle französische Staatspolitik zur Schaffung einer einheitlichen Nation. Französisch wurde immer mehr zur Verkehrssprache, wodurch das Bretonische zunehmend in den familiären Bereich und in ländliche Gebiete gedrängt wurde. Dadurch nahm der sprachliche Kontakt der bretonischen Primärsprachler ab, und die Zersplitterung in Dialekte und lokale Varianten nahm erheblich zu. Das so entstandene und bis heute noch gesprochene Neubretonische hat keinen allgemein gültigen Sprachstandard und ist durch viele Lehnwörter für moderne Begriffe aus dem Französischen gekennzeichnet.
Im Neubretonischen existieren vier Dialektgruppen, Kornisch (französisch Cornouaillais, bretonisch Kerneveg), Léonisch (Léonais, Leoneg), Trégorrisch (Trégorrois, Tregerieg) und Vannetisch (Vannetais, Gwenedeg). Kornisch ist der größte Dialekt mit einem Anteil von etwa 41% und wird im Gebiet um die Stadt Quimper (Kemper) gesprochen. Die mit dem in Cornwall beheimateten Kornischen identische Selbstbezeichnung bezeugt den gleichen Ursprung beider Sprachen und ihrer Sprecher, obwohl der kornische Dialekt des Bretonischen nicht mit dem britischen Kornisch identisch ist. Léonisch hat einen Anteil von 24,5% und ist im Pays de Léon (Bro Leon) im Norden des Départements Finistère (Penn ar Bed) verbreitet. Trégorrisch wird im Gebiet von Tréguier (Landreger) gesprochen und macht einen Anteil von etwa 18% aus, während Vannetisch rund um Vannes (Gwened) gesprochen wird und mit nur 16% Anteil der kleinste bretonische Dialekt ist. Kornisch, Léonisch und Trégorrisch werden auch als KLT-Dialekte bezeichnet und sind sich sehr ähnlich, während sich das Vannetische davon erheblich unterschiedet.
Etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde von eigentlich französischsprachigen bretonischen Nationalisten ein neuer, künstlicher Sprachstandard geschaffen, in dem keltische Neologismen die französischen Lehnwörter ersetzten. Dieses Neobretonische steht jedoch phonetisch und auch syntaktisch dem Französischen recht nahe, da die beteiligten Wissenschaftler zwar lexikalische Forschungsarbeit leisteten, ihre eigenen französischen Gewohnheiten der Aussprache, Betonung und Satzstellung jedoch beibehielten, anstatt die tatsächlich bretonische Phonetik und Syntax zu erlernen. Diese rein akademische Sprachvariante ist durch Verbreitung über Schulen, Medien und Literatur als Kultursprache der Sprachnationalisten auf dem Vormarsch und drängt die eigentlich originären direkt weitergegebenen Dialekte zunhmend zurück. Ähnlich wie in Irland verhalten sich die mit lebendigem Bretonisch aufgewachsenen Sprecher zum Neobretonischen jedoch ausgesprochen reserviert und bezeichnen es nicht als Brezhoneg, dem bretonischen Wort für ihre Sprache, sondern pejorativ als Roazhoneg nach der Universität von Rennes, bretonisch Roazhon, dem Zentrum der Verbreitung des Neobretonischen, das selbst außerhalb des eigentlichen bretonischen Sprachgebietes liegt. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich nach dem Aussterben der jetzt noch übergroßen, aber allgemein recht betagten Mehrheit originärer Bretonisch-Sprecher und damit des Bretonischen als lebendiger überlieferter Sprache der neobretonische Sprachstandard als Kultursprache der bretonischen Sprachnationalisten vollständig durchsetzen wird. Seit Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts darf Bretonisch aufgrund der leicht geänderten Sprachpolitik sogar an öffentlichen Schulen gelehrt werden. Obwohl es nicht als offizielle Minderheitensprache anerkannt ist, hat die bretonische Regionalregierung 2004 ein Programm nur Förderung des Bretonischen auch im Schulsystem verkündet. Allerdings stehen 7000 Schülern, die Bretonisch an Privatschulen und staatlichen Schulen meist nur als Fremdsprache lernen, 360.000 Schüler gegenüber, die ohne bretonsiche Sprachkenntnisse aufwachsen.
4. Struktur
 
4.1. Lexik
 
Der Wortschatz des Neubretonischen stammt zum größten Teil aus dem alten Keltischen, während moderne Begriffe oft durch französische Lehnwörter bezeichnet werden. Demgegenüber wurde das Neobretonische stark rekeltisiert und verwendet außer für sehr spezielle Zwecke kaum Lehnwörter aus anderen Sprachen.
 
4.2. Phonetik
 
Die Aussprache verwendet die gleichen Laute wie im Deutschen. Daneben werden Vokale wie im Französischen bei folgendem [n] häfig nasaliert. Wie im Englischen wird der Diphthong [óú] sowie ein vokalisiertes [w] verwendet. Aus dem Französischen übernommen wurden die palatalisierten Laute [û] und [Ñ].
Im Gegensatz zu den Anlautveränderungen werden Auslautveränderungen nicht geschrieben. Lention (Erweichung) tritt am konsonantischen Wortende bei folgendem vokalischen Anlaut auf, Provektion (Verhärtung) erfolgt bei folgendem konsonanntischen Anlaut und im Auslaut von Phrasen, also als zusammengehörig empfundenen Wortgruppen, so dass stimmhafte [b], [d], [g], [z] und [Í] zu stimmlosen [p], [t], [k], [s] und [x] werden. Beide Auslautveränderungen werden im Neobretonischen oft ignoriert.
Die Betonung liegt in den KLT-Dialekten bei einfachen Wörtern allgemein auf der vorletzten, bei Komposita hingegen oft und im vannetischen Dialekt fast immer auf der letzten Silbe. Die Phrasenbetonung liegt im Neubretonischen meist auf einem hervorzuhebenden Wort. Im Neobretonischen wird sie hingegen wie im Französischen auf die letzte Silbe eines Satzes gelegt.
 
4.3. Orthografie
 
Für das Bretonische existieren mehrere Schreibungssysteme, die noch in Verwendung sind. Die größte Akzeptanz kommt dabei dem Peurunvan, der vereinheitlichten Orthografie, französisch Orthographie Unifiée zu, dass wegen der Verwendung der Buchstabenkombination "zh", französisch buchstabiert Zed Ache, auch als Zedacheg bezeichnet wird. Dieses System wird sowohl vom Ofis ar Brezhoneg, einer Sprachnormierungsbehöde, an den meisten Schulen und an der Universität Rennes verwendet. Bretonisch wird mit lateinischer Schrift mit zwei Sonderzeichen und mit lautbildendem Apostroph geschrieben. Die Schreibung des Peurunvan erfolgt normalerweise mit den oben genannten Einschränkungen entsprechend der Aussprache. Der Lautwert der Buchstaben entspricht meist dem Deutschen.
"ch" wird als [í], "j" als [Í] und "c'h" als [x] ausgesprochen, [û] wird durch "ilh" und [Ñ] durch "gn" realisiert. Der Lautwert von "v" ist [v], am Wortende jedoch [u], während "w" immer [w] ist. Auch "ou" wird stellenweise als [w] gesprochen, meist aber als [u]. "n" wird als [n] ausgesprochen, nasaliert aber außerdem einen vorangehenden Vokal, wärend "ñ" nur die Nasalierung anzeigt, selbst aber stumm ist. "y" stellt den Konsonanten [j] dar, "z" wird als stimmhafter s-Laut [z] gesprochen. Im Gegensatz zum Französischen ist das "h" nur selten stumm und wird fast immer gesprochen. Allerdings werden die Buchstabenkombinationen "sh" und "zh" in den KLT-Dialekten als [s] und [z], im Vannetischen hingegen immer als [h] ausgesprochen.
Bei den Vokalen werden "e" als [e:], "ê" als [À] und "u" als [y] ausgesprochen. "ae" und "eu" sind keine Diphthonge, sondern werden als [À] und [Ê] gesprochen. "aou" wird als [óú] realisiert.
 
4.4. Grammatik
 
Die historische Satzstellung Prädikat-Subjekt-Objekt wurde durch den Einfluss des Französischen stark zugunsten der Stellung Subjekt-Prädikat-Objekt zurückgedrängt und ist im Neobretonischen kaum noch zu finden. Statt dessen gibt es die Tendenz, betonte Satzbestandteile an den Satzanfang zu stellen. Konjugierte Verben, die die Person anzeigen, können auch ohne Personalpronomen verwendet werden.
Während das Neobretonische An- und Auslautveränderungen weitgehend ignoriert, ist das Neubretonische durch eine starke Variabilität der An- und Auslaute gekennzeichnet. Dabei erfolgen je nach vorangegangenem Auslaut Lention (Erweichung), Aspiration (Behauchung) oder Provektion (Verhärtung), die auch in der Schreibung berücksichtigt werden. Es gibt zwar Regeln für diese Mutationen, aber die Lesbarkeit bretonischer Texte wird dadurch für Fremdsprachler erheblich erschwert, ebenso wie die Verständlichkeit des gesprochenen Bretonisch. Da die Mutationen jedoch nicht bedeutungstragend sind, bleibt das Ignorieren der Anlautveränderungen, wie häufig im Neobretonischen zu beobachten, ohne negative Wirkung auf die Verständlichkeit. Trotzdem weigern sich viele Primärsprachler aus sprachlichem Nationalstolz, ein solcherart vereinfachtes Bretonisch zu verstehen.

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